Aufgegessen, leergetrunken, weggeworfen: Fast Food scheint zum schnellen Entsorgen zu verführen. So sieht es am Endelner Feld immer wieder aus. © privat
Umweltverschmutzung

Nachbarn ärgern sich über den Fast-Food-Müll von McDonald‘s-Kunden

Zum Drive-in fahren, irgendwo Hamburger und Pommes essen und den Verpackungsmüll einfach aus dem Autofenster werfen. Eine Unsitte, die Fast-Food-Restaurants, Nachbarn und die Stadt ärgert.

Es scheint bei einigen Zeitgenossen so einen gewissen Automatismus zu geben: Essen holen bei der Fast-Food-Kette und den bekanntermaßen umfangreichen Verpackungsmüll anschließend in die Landschaft werfen. Die Tatsache, dass die Fast-Food-Restaurants in der Coronakrise nur außer Haus verkaufen dürfen, scheint dafür noch mehr Gelegenheit zu bieten.

Alfons Meismann, Anlieger am Endelner Feld in Lembeck, ist diese Sauerei leid: „Seit vielen Jahren entfernen wir täglich vom Fußgänger- und Radweg und den angrenzenden Grundstücken den Müll, der aus den Außer-Haus-Verkäufen von McDonald’s stammt.“

Fast-Food-Packungen fliegen einfach aus dem Autofenster

Er beobachtet, dass die Kunden aus dem Drive-in kommen, sich in der Nachbarschaft einen Parkplatz suchen, dort ihren Imbiss verzehren und dann Reste und ihren Müll einfach aus dem Autofenster werfen. Der Weg zu den von der Fast-Food-Kette aufgestellten Müllbehältern sei ihnen offensichtlich zu weit.

Meismann ist sauer: „Ist es das Problem der Anlieger, wenn der reichlich vorhandene Verpackungsmüll von McDonald‘s auf der öffentlichen Straße in 50 bis 100 Metern Entfernung vom Lokal entsorgt wird?“ Die Sauerei locke zudem Ratten an.

Mc Donald's Filiale in Dorsten Lembeck und die Müllproblematik
Zurzeit dürfen die Fast-Food-Liebhaber nicht im Restaurant essen. Speisen gibt’s nur zum Mitnehmen. Das verschärft die Müllproblematik. © Gudio Bludau © Gudio Bludau

Bei der Stadt teilt man den Ärger der Anwohner – unabhängig davon, welche Art von Müll irgendwo illegal entsorgt wird. Es gebe in der Corona-Zeit aber trotz der Regel, dass man sich für den Verzehr 50 Meter von der Verkaufsstelle entfernen muss, nicht mehr Beschwerden als sonst. Ein Stadtsprecher teilte auf Anfrage mit: „Wir wissen um das hohe Aufkommen von Verpackungsmüll. Auf dem P+R-Parkplatz in der Altstadt sind Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebs und der Dorstener Arbeit regelmäßig im Einsatz.“

Manche Menschen schaffen den Weg zur Mülltonne nicht

Dabei gebe es vor Ort ausreichend Möglichkeiten, seinen Müll ordnungsgemäß zu entsorgen. „Es stehen dort sogar Behälter mit extra großen Öffnungen, die sich besonders für die Entsorgung von Verpackungsmüll eignen.“

Mc Donalds Filiale in Dorsten Lembeck und die Müllproblematik
Viele sperrige Verpackungen sorgen auch direkt in der Nähe des Restaurants schnell für volle Müllbehälter. © Gudio Bludau © Gudio Bludau

Aus Sicht der Stadt mangelt es weder an geeigneten Müllbehältern noch an der Kooperationsbereitschaft des Betreibers. Mit dem seien Gespräche bislang sehr konstruktiv verlaufen. Franchise-Nehmer Michael Wellmann, der mehrere McDonald‘s-Filialen in verschiedenen Städten betreibt, wird immer wieder mit Beschwerden konfrontiert.

Er sagt: „Wir versuchen, was wir können. Wir drehen regelmäßige Müll-Sammel-Runden rund um unsere Filialen, sammeln auch auf Nachbargrundstücken Müll ein.“ Am P+R-Parkplatz in der Innenstadt habe er sogar die Müllbehälter an der Ein- und Ausfahrt spendiert. Aber auch er müsse immer wieder die Erfahrung machen, dass Menschen ihren Müll am liebsten an Ort und Stelle fallen lassen.

Die Mehrwegpflicht ab 2023 wird vieles verändern

Er wartet voller Spannung auf die in zwei Jahren in Kraft tretende Mehrwegpflicht. „Dann sollte sich die Lage ja wohl grundlegend ändern.“ Allerdings sei noch längst nicht klar, wie sich speziell in der Systemgastronomie die Mehrwegpflicht realisieren lasse.

„Unsere Betriebe sind zum Beispiel bislang gar nicht fürs Spülen eingerichtet“, erklärt Wellmann. „Und es erscheint mir nicht wirklich sinnvoll, schmutziges und sauberes Geschirr in Lastwagen auf die Straße zu bringen.“ Er sei jedoch zuversichtlich, dass McDonald‘s für dieses Problem eine gute Lösung finde.

Derweil will das Ordnungsamt erneut Kontakt zum Betreiber der McDonald’s-Filialen aufnehmen und ihn bitten, das Areal rund um die Filialen durch eigenes Personal großzügig zu säubern. Rein juristisch betrachtet sei er dazu gar nicht verpflichtet, stellt Wellmann klar: „Mit der Abgabe der Verpackung an den Kunden geht die Verantwortung für die regelgerechte Entsorgung an ihn über.“ Er bemühe sich dennoch um ein sauberes Umfeld seiner Standorte.

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Redaktion Dorsten
Geboren und geblieben im Pott, seit 1982 in verschiedenen Redaktionen des Medienhauses Lensing tätig. Interessiert an Menschen und allem, was sie anstellen, denken und sagen.
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Petra Berkenbusch

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