Nach 2-Millionen-Sanierung: Wahrzeichen erstrahlt in neuer Farbe

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Ein Jahr hat die Sanierung des denkmalgeschützten Fördergerüsts der ehemaligen Zeche Fürst Leopold in Dorsten gedauert. Auch ein neuer Farbanstrich war Teil des 2,1 Mio-Euro-Projekts.

Hervest

, 17.06.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die monatelang das Gerüst verhüllenden Kunststoffplanen sind abgebaut - seit Mittwoch präsentiert sich das denkmalgeschützte Fördergerüst über dem ehemaligen Schacht 2 der Zeche Fürst Leopold wieder in der jungfräulichen Originalfarbe: in Telegrau. „Das hat was“, sagt Gerd Schute - vor allem wenn abends die Sonne das Metall silbrig leuchten lasse.

„Aber man muss sich doch erstmal an die neue Farbe gewöhnen“, gesteht der Vorsitzende des Dorstener Bergbauvereins.

2,1 Millionen Euro teure Sanierung

Im Juni 2019 war der Fuß des Förderturms eingerüstet worden. Damit begann mit längerer Verspätung die 2,1 Millionen Euro teure Sanierung des über 100 Jahre alten Bauwerks. Lange war die spannende Frage völlig offen, in welcher Farbe das Dorstener Bergbau-Wahrzeichen fortan zu sehen sein wird.

Monatelang war das Fördergrrüst verhüllt.

Monatelang war das Fördergrrüst verhüllt. © Michael Klein (A)

Denn die Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur – seit 2015 Eigentümerin der Anlage – wollte das Fördergerüst mit Fördermitteln des Bundes und des Landes im historischen Farbton anstreichen lassen, doch der musste von Experten erst einmal gefunden werden.

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Denn im Laufe der Jahre ist das Bauwerk immer wieder neu gestrichen worden: Grün, Schwarz, Grau oder auch Dunkelrot. Es wurden insgesamt zwölf Farbschichten durch eine Restauratoren-Werkstatt freigelegt - bis die Fachleute auf das Telegrau-Original gestoßen sind.

Christo-mäßig eingehaust

Als erste Maßnahme stand zunächst das Abstrahlen des historischen Stahlgerüsts mit Strahlsand auf dem Programm. Zu diesem Zweck wurde das Objekt christo-mäßig vollständig eingehaust, damit keine Farbpartikel der alten Lackschichten nach außen dringen konnten. Der bei den Arbeiten entstehende Staub wurde sofort abgesaugt, verpackt und entsorgt.

Bis vor einem Jahr war das Fördergerüst noch schmuddelig-grün.

Bis vor einem Jahr war das Fördergerüst noch schmuddelig-grün. © Andreas Lleistner (A)

Nachdem alle alten Farbschichten abgetragen wurden, wurden die Trägerteile, die geschädigt waren, denkmalgerecht ausgetauscht. Insgesamt drei Farbanstriche waren nötig. Im Herbst und Frühjahr hatten zudem Stürme die Kunststoffplanen beschädigt.

Wie am Mittwoch vor Ort zu erfahren, werden nun noch die roten Stütztreppen und das Fundament entfernt. Bis zum Herbst soll das Fördergerüst zudem eine Objektbeleuchtung erhalten und so auch bei Dunkelheit als Landmarke erkennbar sein.

Laserbeleuchtung geplant

Vorgesehen ist auch eine Laserbeleuchtung, mit der sich die alten Seilscheiben auf dem Mauerwerk der gegenüberliegenden denkmalgeschützten Maschinenhalle, die ebenfalls der Stiftung gehört und vom Bergbauverein betrieben wird, visualisieren lassen.

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