Nach Sturmschäden am Fördergerüst: Fürst-Leopold-Allee am Donnerstag wieder frei

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Wegen eines Sturmschadens am Fördergerüst auf dem Zechengelände ist die Straße gesperrt worden. Die Sicherungsarbeiten haben begonnen. Am Donnerstag (13.) kann der Verkehr wieder fließen.

Dorsten

, 12.02.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Update von Mittwoch (16.30 Uhr): Am Donnerstag morgen (13.12.) kann der Verkehr auf der Fürst-Leopold-Allee wieder reibungslos fließen. „Bis dahin haben wir die Absperrungen entfernt“, erklärte eine Mitarbeiterin der Firma „Bawa Verkehrssicherung“ in Gelsenkirchen gegenüber unserer Zeitung.

Am Mittwoch Nachmittag hatte die Stiftung für Industriedenkmalpflege gegenüber der Stadt erklärt, dass sie die vom Wochenend-Sturm Sabine beschädigten Planen am Fördergerüst der Zeche bis Donnerstag zurückbauen werde. „Deswegen haben wir die Fachfirma beauftragt, die Absperrungen abzubauen“, so Stadtpressesprecher Ludger Böhne.

Heute (Mittwoch, 12.2.) will die Firma möglichst noch am frühen Abend mit dem Rückbau der Planen beginnen. Anschließend ist damit ist auch die problemlose Zufahrt zum Edeka-Supermark auf dem Zechengelände wieder möglich.

Update von Mittwoch (15.50): Sturm „Sabine“ hat am Wochenende heftig am verhüllten Fördergerüst auf dem Zechengelände gewütet. Dabei hatten sich großte Teile der Planen gelöst, die Fürst-Leopold-Allee musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. „Heute noch wird am Gerüst beziehungsweise an der Plane gearbeitet, um alles zu sichern“, teilte Anna Gerhard, Sprecherin der Stiftung Industriedenkmalpflege, am Mittwoch (12. Februar) mit. Die Sperrung besteht deswegen aktuell noch weiter.

Donnerstag weitere Informationen

Sobald am Donnerstag eine Freigabe der Straße erteilt werden könne, will die Stiftungssprecherin die Öffentlichkeit erneut informieren.

Unterdessen haben Autofahrer darauf hingewiesen, dass die von Osten (aus Richtung Haltern) kommenden Verkehrsteilnehmer nicht früh genug auf die Sperrung hingewiesen und dann unvermittelt direkt vor den Absperrbaken anhalten müssten, was zu Verkehrsproblemen führt. Die Stadt kündigte an zu prüfen, ob die dort kurzfristig angebrachte Beschilderung („Sackgasse“) womöglich entfernt oder weggeweht worden ist.

Zufahrt zu Honsel

Die Straßensperrung hat auch dazu geführt, dass die Zufahrt zum Honsel-Supermarkt nur eingeschränkt möglich ist: Und zwar nicht mehr über den Kreisverkehr der Fürst-Leopold-Allee, sondern nur noch über die schmale Zuwegung der Halterner Straße. Vom Parkplatz hinaus geht es dann weiterhin ausschließlich über den Kreisverkehr, dort aber nur in östlicher Richtung.

Hier der Ursprungstext: Es hat einige heftige Stürme gegeben, seitdem im August 2019 das Fördergerüst auf dem Fürst-Leopold-Gelände für die Sanierungsarbeiten komplett mit Planen verhüllt worden ist - mehrfach haben schwere Böen dabei Teile der Kunststoff-Einhausung gelöst.

Nicht zum ersten Mal musste die Feuerwehr also am Wochenende beim Sturm „Sabine“ ausrücken, dessen orkanartige Böen so an der weißen Hülle rissen, dass die Stadt in Absprache mit Polizei und Feuerwehr aus Sicherheitsgründen sogar die Fürst Leopold-Allee über das Zechengelände in Höhe des Fördergerüstes abriegeln musste. Denn es drohen weitere Stücke der Verkleidung herunterzufallen.

Dauer noch unbekannt

Wie lange die Sperrung noch andauert, ist laut Stadtpressesprecher Ludger Böhne derzeit nicht bekannt. „Wir warten auf das Signal der Stiftung für Industriedenkmalpflege, dass Gerüst und Einhausung wieder sturmfähig sind“, erklärt Stadtpressesprecher Ludger Böhne auf Anfrage.

Denn die Stiftung ist Eigentümerin des Bauwerks, das derzeit für rund 2,1 Millionen Euro saniert wird und damit „Bauherrin“. Am Mittwoch (12. Februar) soll es ein dementsprechendes Gespräch geben.

Chaotische Bedingungen

Bis zur Wieder-Freigabe der Straße wird es deshalb noch einige der chaotischen Verkehrssituationen geben, wie sie derzeit dort zu beobachten sind. Denn vor allem viele Autofahrer, die aus Richtung „Altes Ruhrgas-Gelände“ kommen, schert es nur wenig, dass die Straße dicht ist.

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Einmal am Kreisverkehr „Am Leo“ angekommen, versuchen manche dieser Autofahrer dann, an den Absperrungen vorbei die dortigen Straßen weiter zu befahren - indem sie sogar verbotenerweise die linken Fahrspuren im Kreisel nehmen. Spätestens auf dem Honsel-Parkplatz oder an der Absperrung in Höhe „Vinylcafe“ müssen sie dann wieder kehrtmachen - was zu neuerlichem Durcheinander führt.

Nach Sturmschäden am Fördergerüst: Fürst-Leopold-Allee am Donnerstag wieder frei

So sah das Fördergerüst nach der Sturmnacht am Montag aus. © BLUDAU FOTO

Nach Angaben von Anna Gerhard, Pressesprecherin der Stiftung, „war es leider nicht möglich“, die Plane besser zu sichern. „Sie ist eigentlich für eine maximale Belastung einer Windstärke von 8 bis 9 ausgelegt“, sagt sie: „Der Sturm am Sonntag hatte jedoch eine Windstärke von 10 bis 11.“

Nicht zu 100 Prozent vermeidbar

Gerhard Schute, Vorsitzender des Bergbauvereins, war an Gesprächen beteiligt, die die Verantwortlichen über das Problem geführt haben. „Allein aus Gründen der Statik ist es nicht zu 100 Prozent möglich, solche Schäden zu vermeiden“, betont er.

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Die Industrieplanen seien nämlich nicht direkt am Fördergerüst (an dem ja gearbeitet werden musste), sondern an einem eigens dafür installierten Außen-Gerüst sowie an der benachbarten metallenen „Himmelstreppe“ installiert worden. Außerdem sei es nicht möglich, die Planen so abzudichten, dass sie dem Wind keine Angriffsmöglichkeiten bieten.

Stiftung prüft Vorkehrungen

Für das kommende Wochenende (15./16. Februar) könnten laut Vorhersagen der Wetterdienste erneut Böen bis zu 90 bis 100 km/h auf Dorsten zukommen.

Der Stiftung ist deshalb klar, dass sie Sicherheitsvorkehrungen treffen muss. Zumal am Samstagabend im „Leo“ und im „Vinylcafe“ auch zwei Musikveranstaltungen direkt nebenan stattfinden werden.

„Da die Bauarbeiten insgesamt schon sehr weit fortgeschritten sind, wird derzeit geprüft, ob die Plane im oberen Bereich komplett abgenommen werden kann“, so Anna Gerhard. „Diese Maßnahme war eigentlich erst für Mitte März vorgesehen, kann aber gegebenenfalls vorgezogen werden.“ Denn die Plane diene mittlerweile nicht mehr als Schutz für die Stahlarbeiten, sondern nur noch als Regenschutz.

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