Polizei kann auch nett sein: Kleine Emilia bekommt was zum Knuddeln

dzNach SEK-Einsatz

War das ein Schreck, als vermummte SEK-Männer Peter Hardes und seine zweijährige Tochter in der Wohnung überrumpelten. Emilia ist jetzt wieder glücklich. Auch der Papa hat nichts zu meckern.

Wulfen-Barkenberg

, 14.05.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Polizei hat sich für den irrtümlichen Einsatz der Spezialeinsatzkräfte am Dienstagabend in der Wohnung von Peter Hardes umgehend entschuldigt. Seine zweijährige Tochter Emilia erlebte mit, wie vermummte und bewaffnete Männer gewaltsam in die Wohnung an der Barkenberger Allee eindrangen und plötzlich im Wohnzimmer standen, in dem sich Hardes und seine Tochter nichtsahnend aufgehalten hatten.

Als die Tür aufgeschossen wurde, waren Vater und Tochter zunächst schockstarr. Ihre Ängste hat Emilia mittlerweile aber wohl überwunden, wie die Familie am Donnerstag auf Anfrage sagte. Denn die Polizei hat sich liebevoll ihrer angenommen und Schadensersatz bei der Kleinen geleistet, indem sie dem Kind einen kuscheligen Freund und Helfer in den Arm drückte: den Polizei-Teddy.

Einsatzleiter hat Familie umgehend besucht

Polizeisprecherin Ramona Hörst sagte der Redaktion, dass sie noch am Mittwoch zusammen mit dem Einsatzleiter des Teams die Familie Hardes besucht habe. „Wir wollten uns entschuldigen und vor allem der kleinen Emilia etwas Gutes tun.“ Emilia wurde der Polizei-Stoffteddy übergeben. Der leistet bei Unfällen und anderen Polizeieinsätzen, in die Kinder unversehens hineingeraten, bekanntermaßen gute Dienste. Auch bei Emilia erfüllte der knuddelige Freund und Helfer seinen Zweck.

Die kleine Emilia ist wieder glücklich.

Die kleine Emilia ist wieder glücklich. © privat

„Unsere Tochter hat den Teddy sofort in den Arm genommen und wollte ihn gar nicht mehr hergeben“, sagten die Eltern. Das Kind habe seine Ängste schnell überwunden. Denn die Polizei habe alles unternommen, um den Schaden wieder gut zu machen. „Ein Einsatzkollege hat sich sofort, nachdem der Irrtum klar war, demaskiert und sich von Angesicht zu Angesicht bei Peter Hardes entschuldigt“, so Ramona Hörst. Auch die Schadensregulierung sei kein Thema: „Für die Wohnungstür kommen wir natürlich auf.“

Polizei bezahlt die neue Wohnungstür

Peter Hardes hat alles Weitere mit seiner Wohnungsgesellschaft geklärt. Die wird eine neue Tür einbauen und der Polizei in Rechnung stellen. Das Ansehen der Familie hat glücklicherweise ebenfalls nicht gelitten: „Wir kommen weiterhin gut mit unseren Nachbarn klar“, sagte Peter Hardes.

Am Dienstagabend war eine SEK-Sondereinheit in das Wohnhaus an der Barkenberger Allee eingedrungen. Dabei unterlief den Männern des Spezialeinsatzkommandos der fatale Irrtum. Sie drangen zuerst in die falsche Wohnung ein. Dabei war Peter Hardes gar nicht im Visier der Ermittler, sondern ein Nachbar auf einer anderen Etage.

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