Die Täter schlagen zu, wenn Bankkunden gerade ihre PIN eingegeben haben. Abgesehen haben es die Diebe vor allem auf ältere Bankkunden. (Symbolbild) © dpa
Kriminalität

Nach PIN-Eingabe weggestoßen: Automaten-Schubser auch in Dorsten

Nach mehreren Fällen in Kamen wurde nun eine 70-jährige Castrop-Rauxelerin weggeschubst, nachdem sie am Geldautomaten ihre PIN eingegeben hatte. Auch in Dorsten gab es diese Masche schon.

Die Masche ist so simpel wie dreist: Kriminelle beobachten bevorzugt ältere Personen beim Geldabheben und stoßen sie zur Seite, nachdem sie ihre PIN eingegeben haben. Bevor das Opfer realisiert, was Sache ist, hat der Dieb häufig schon Geld abgehoben und sich aus dem Staub gemacht.

So geschehen am vergangenen Freitag (20.11.) in Castrop-Rauxel gegen 13.30 Uhr. Die 70 Jahre alte Frau, die mit dieser Masche um einen nicht genannten Geldbetrag gebracht wurde, blieb nach Angaben der Polizei Recklinghausen unverletzt. In der Stadt Kamen häuften sich solche Fälle zuletzt. Ein Opfer war an die Öffentlichkeit gegangen, um auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen.

Polizei: Masche ist bekannt

Neu sei die Masche nicht, heißt es von der Polizei Recklinghausen. Zahlen kann die Polizei auf Anfrage nicht ohne Weiteres nennen, das erfordere „eine größere Recherche“, sagte ein Sprecher. Bei der statistischen Erfassung spielt zum Beispiel eine Rolle, ob geschubst oder abgelenkt wurde. Der Schubser kann wegen der Gewaltanwendung als Raubdelikt geführt werden, das verbale Ablenken läuft unter Trickbetrug.

Tatsächlich hat es in jüngster Vergangenheit auch einen Fall in Dorsten gegeben. Und zwar im September in einer Filiale der Vereinten Volksbank in Holsterhausen. „Es war genau die Vorgehensweise: an den Automaten rankommen, den Kunden beschäftigen, dann zur Seite schubsen, Geld abziehen und weg“, sagt Unternehmenssprecher Ralf Bröker. Dem Kunden sei ein Schaden von 1000 Euro entstanden, den man ausgeglichen habe. Seitdem habe es im Geschäftsgebiet der Vereinten Volksbank keine weiteren Fälle gegeben.

Ablauf der Bargeldauszahlung geändert

Bei der Sparkasse Vest habe es keinen solchen Vorfall gegeben, sagt Sprecher Stefan Fokken. Vor einigen Jahren habe man die Reihenfolge bei der Bargeldauszahlung umgestellt: erst Betrag, dann Bestätigung der Auszahlung durch Eingabe der PIN. So können Kunden am Geldautomaten zwar immer noch bestohlen werden, aber nur um den Betrag, den sie zuvor selbst ausgewählt haben. „Hinter unseren Geldautomaten gibt es Spiegel“, so Fokken. „Wir empfehlen, dort einen Blick reinzuwerfen und den Vorgang abzubrechen, wenn einem etwas verdächtig vorkommt.“

Auch die Polizei rät, beim Geldabheben generell das Umfeld im Auge zu behalten. „Viele ältere Menschen heben auch nur ein- oder zweimal im Monat ab. Falls möglich, könnte man dies ja auch zu zweit erledigen: einer hebt ab, der andere passt auf“, so ein Sprecher. In der Regel sind Geldautomaten auch videoüberwacht.

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Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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