Nach dem dreifachen Gasalarm in Östrich binnen einer Woche verteidigt ein Anwohner die verantwortlichen Mitarbeiter und fragt: War die Gasleitung auf den Plänen richtig verzeichnet?

Dorsten

, 24.08.2018, 13:05 Uhr / Lesedauer: 2 min

Jonas Engelmeier, Anwohner der Baumbachstraße in Östrich, bricht eine Lanze für die Mitarbeiter der Firma, die in seiner Nachbarschaft die Glasfaserkabel verlegen: „Die Herren arbeiten hart, schnell und akkurat. Dazu sind sie immer freundlich.“ Er findet: „Dass bei so vielen Kilometern neuverlegten Leitungen mal etwas schiefgeht, ist eher normal als ungewöhnlich.“

War die Leitung richtig verzeichnet ?

Und er bringt ein Argument zur Verteidigung der Mitarbeiter vor: Als sie im Juli mit der Erdrakete ein Niederspannungskabel von Westnetz vor seinem Haus getroffen haben, habe er den Netzplan selbst zu sehen bekommen. „Fakt ist, dass die Leitung an dieser Stelle und in dieser Höhe nichts zu suchen hatte. Schuld hat eher die Person, die vor Dekaden die Leitungen anders als dokumentiert verlegt hat. [...] Bevor jetzt auf die Mitarbeiter eingedroschen wird, sollte man vielleicht prüfen, ob die Gasleitungen nicht vielleicht auch falsch oder gar nicht im Netzplan verzeichnet sind.“

Anweisungen der Stadt und der Deutschen Glasfaser

„Bei den beschädigten Leitungen in Östrich handelt es sich um Gas-Mitteldruckleitungen, die auch so im Plan verzeichnet sind“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. „Zusätzlich gab es die Anweisung, an diesen Stellen vorsichtig zu graben und Suchschlitze zur Leitungserkundung von Hand herzustellen.“

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Auch Dennis Slobodian von der Deutschen Glasfaser bestätigt: „Es ist obligatorisch, Probeschachtungen zu machen, wenn eine Erdrakete zum Einsatz kommen soll. Diese Anweisung wurde vor Ort missachtet.“ Es komme schon einmal vor, dass die Leitungen woanders liegen, als es auf den Plänen verzeichnet ist. „Zum Beispiel, dass Telefonleitungen eigentlich einen Meter tiefer liegen sollen und sie dann getroffen werden.“ Die Probeschachtungen würden der Absicherung dienen.

Mitarbeiter wieder bei der Arbeit?

Deswegen seien die direkt verantwortlichen Mitarbeiter von dem Projekt abgezogen worden. Auf Facebook schreiben Anwohner, sie hätten die Mitarbeiter wieder bei der Arbeit an der Baustelle auf der Hermann-Müller-Straße gesehen. „Es ist die klare Vorgabe von uns, dass diese Mitarbeiter dort vor Ort nicht mehr eingesetzt werden. Der Generalunternehmer überprüft das.“

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