Nach der Olymp-Ankündigung: Wie viele Fitnessclubs verträgt Dorsten eigentlich noch?

dzFitnessclubs in Dorsten

Der Olymp Sportpark will Anfang 2020 in Dorsten wieder eröffnen. Doch die Konkurrenz im Umkreis von wenigen Kilometern schläft nicht. Mehrere Fitnessclubs machen sich fit für die Zukunft.

Dorsten

, 07.10.2019, 10:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Geschäftsführer Herbert Thiel beschwört die „Olymp-Familie“, wenn Anfang 2020 der neue Olymp Sportpark an der Kirchhellener Allee eröffnet. Eine Zwischenlösung vielleicht, doch im Umkreis von wenigen Kilometern gibt es mehrere Clubs, die gerade kräftig investieren - oder ihre Ausrichtung verändern.

Kooperation mit dem Atlantis endet 2020

Mehr als zwei Jahre haben Olymp-Mitglieder in anderen Einrichtungen trainiert. Wie viele von ihnen tatsächlich „nach Hause zurückkehren“, wie Thiel es formuliert, ist ungewiss. Mit der Neueröffnung im ehemaligen Krietemeyer-Gebäude endet die Kooperation mit dem Freizeitbad Atlantis. Dort haben einige hundert „Olympianer“ in den letzten zwei Jahren trainiert, ohne ihre Mitgliedschaft zu verlieren.

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„Wir werden nicht auf die Olymp-Mitglieder zugehen und sie zum Bleiben überreden“, bestätigte Geschäftsführer Karsten Meyer. „Das ist nicht unsere Art.“ Er hält es allerdings für denkbar, dass die Kombination aus „Trockentraining“ und Wasserlandschaft bei einigen Gästen Eindruck gemacht hat.

Nach der Olymp-Ankündigung: Wie viele Fitnessclubs verträgt Dorsten eigentlich noch?

Die Kooperation zwischen dem Atlantis und dem Olymp endet im nächsten Jahr. Geschäftsführer Karsten Meyer (vorne) kündigt an, dass das Leistungsportfolio im Fitnessbereich des Bades überarbeitet wird. © privat

Meyer („Wir investieren beständig in Unterhalt und Qualität“) kündigt außerdem an, dass im nächsten Jahr „unser Leistungsportfolio überarbeitet“ wird. Das Angebot solle „deutlich breiter“ werden, das macht die ehemaligen Partner möglicherweise zu Konkurrenten.

Nach dem verheerenden Feuer Ende Juli 2017 auf Maria Lindenhof zog es Olymp-Mitglieder auch ins „Injoy“ an die Borkener Straße. Wem es dort gefällt, der wird sich eine Rückkehr gut überlegen. Zumal Geschäftsführer Paul Underberg in diesem Jahr rund eine Million Euro in eine neue Sauna, Hightech-Cardiogeräte und „einen neuen und in der Konstellation einmaligen Trainingserlebnisbereich“ investiert. Das laufe planmäßig und auf Hochtouren.

Injoy: Wachstum und kaum Fluktuation

„Wie gut man letztendlich ist, misst man bestenfalls am Kundenzuspruch und der Kundentreue“, sagt Underberg selbstbewusst. „Die ist im Injoy nicht nur kürzlich mit dem Testsieg für höchste Zufriedenheit und Weiterempfehlungsbereitschaft unterfüttert, sondern auch mit einer bundesweit einmalig geringen Fluktuation und einem neunprozentigen Wachstum in diesem Jahr auf der Grundlage von über 3.700 Mitgliedern.“

Nach der Olymp-Ankündigung: Wie viele Fitnessclubs verträgt Dorsten eigentlich noch?

Der starke Mann im Injoy: Geschäftsführer Paul Underberg investert in diesem Jahr eine Million Euro. Er fürchtet die Konkurrenz aus dem unteren Preissegment nicht, glaubt aber, dass es zu Kannibalisierungen kommen wird. © Stefan Diebäcker

Vor der Konkurrenz im näheren Umfeld wie etwa „Be Fit“ am alten Güterbahnhof, das Erweiterungspläne haben soll, ist Underberg nicht bange, weil „die Kante zwischen Qualität und Discount, Größe mit Multifunktionaltät und Monoangebot erlebbar und messbar“ sei. Voraussichtlich Ende Oktober kommt „Fitnessloft“ auf dem ehemaligen Zechengelände hinzu. Bereichsleiter René Someschan bestätigte jüngst, dass der Dorstener Standort in einem alten Zechengebäude „ein Vorzeigeobjekt“ werden solle - für mindestens 3000 Mitglieder.

Kommt FitX ans Gemeindedreieck?

Hartnäckig halten sich zudem die Gerüchte, dass am Gemeindedreieck spätestens 2021 mit „FitX“ eine weitere Kette um Kunden buhlt. Das wird, glaubt Injoy-Geschäftsführer Underberg, „zu Kannibalisierungen führen, in erster Linie im unteren Leistungssegment“. Und dann gibt es noch die „Workers Hall“ an der Gelsenkirchener Straße, die auch auf verschiedene Fitnessangebote und Cardio setzt.

Der Olymp Sportpark sieht indes seinen Schwerpunkt in Rehabilitation und Prophylaxe, was aber auch viele kleinere Einrichtungen in der Stadt anbieten, zum Beispiel das Therapiezentrum Lurbiecki gleich nebenan. Herbert Thiel und Martin Göritz werden viele hundert Mitglieder benötigen, damit ihr Lebenstraum weitergeht. Zahlreiche private Geldgeber glauben mit ihnen daran.

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