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Nach dem Bahn-Unfall: Polizei plant keine zusätzlichen Verkehrskontrollen

dzTödlicher Unfall

Elf Tage nach dem tödlichen Unfall bleibt unklar, wie es an dem unbeschrankten Bahnübergang in Wulfen weitergeht. Für die Polizei sind die Ermittlungen abgeschlossen.

Wulfen

, 26.11.2018 / Lesedauer: 3 min

Nach dem schlimmen Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang in Wulfen sieht die Polizei von verstärkten Verkehrskontrollen auf dem schmalen Wirtschaftsweg ab. Polizeisprecher Andreas Wilming-Weber sagt: „Wir haben die Beschilderung überprüft, sie ist korrekt und absolut ausreichend.“

Der Weg, auf dem vor elf Tagen ein Autofahrer (63) mit einem Zug der Nordwestbahn kollidierte und sein Leben verlor, ist eigentlich nur für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge vorgesehen. Er wird jedoch gerne von Autofahrern als Schleichweg genutzt, um lange Wartezeiten an den Bahnübergängen Köhler Straße und Burenkamp zu umgehen.

Nach dem Bahn-Unfall: Polizei plant keine zusätzlichen Verkehrskontrollen

Der Bahnübergang ist nur für den fotst- und landwirtschaftlichen Verkehr freigegeben. Das ignorieren viele Autofahrer, weil sich die Wartezeiten an benachten Übergängen stark erhöht haben. © Robert Wojtasik

„Verstärkte Kontrollen sind von unserer Seite nicht geplant“, sagte Wilming-Weber. Eine besondere Gefahrenlage gebe es an dieser Stelle eigentlich nicht. „Das war ein tragisches Unglück. Vielleicht wurde der Autofahrer durch die tiefstehende Sonne geblendet. Und wäre er eine Sekunde früher oder später an dem Bahnübergang gewesen, wäre wahrscheinlich nichts passiert.“

Ob der Bahnübergang trotzdem geschlossen wird, ist weiterhin unklar. Die Deutsche Bahn hat auf eine entsprechende Nachfrage der Dorstener Zeitung bislang nicht reagiert. In zwei Wochen soll jedoch eine zusätzliche Sicherungseinrichtung geschaltet werden, um die Wartezeiten an den Bahnübergängen Burenkamp und Köhler Straße zu verkürzen, sagte ein Bahnsprecher vor wenigen Tagen.

Lokführer (27) bekommt alle erdenkliche Hilfe

Zum Gesundheitszustand des Lokführers (27), der am 15. November unverschuldet in den Unfall verwickelt war, will die Nordwestbahn keine Angaben machen. „Wir haben ein Betreuungskonzept für Mitarbeiter nach belastenden Ereignissen“, bestätigte Unternehmenssprecher Steffen Högemann. „Es gibt speziell ausgebildete Erstbetreuer, die bei einem entsprechenden Ereignis von unsere Leitstelle informiert werden und deren Aufgabe es ist, sich um den betroffenen Mitarbeiter zu kümmern.“

Jeder Triebfahrzeugführer gehe anders mit dieser Situation um, betont Högemann. Fakt sei aber, dass eine frühzeitige und angemessene Betreuung die Verarbeitung des traumatischen Ereignisses deutlich verbessere. „Das Betreuungskonzept ist ein ganz wichtiger Baustein, um die Kollegen zu schützen, aber auch wieder in das Berufsleben zu integrieren. Etwa 95 Prozent der Betroffenen kehren in den Beruf zurück.“

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