Mysteriöses Geisterrad darf vorerst stehen bleiben

Ghost Bike

Obwohl die Stadt über das erste Dorstener „Ghost Bike“ in der Clemens-August-Straße nicht eingeweiht war, darf es vorerst bleiben. Die Verwaltung hat weder Eile noch ein Problem mit dem Rad.

Dorsten

, 23.08.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mysteriöses Geisterrad darf vorerst stehen bleiben

Als Verkehrsbehinderung sieht die Stadt das Ghost Bike nicht. © Falko Bastos

Radfahrer leben immer gefährlicher. So stieg die Zahl der getöteten Radfahrer in Deutschland im ersten Halbjahr 2019 um elf Prozent. Fahrrad-Aktivisten errichten sogenannte „Ghost Bikes“ als Mahnmale an den Unfallstellen, um an die Opfer zu erinnern und um wachzurütteln. Seit der vergangenen Woche hat auch Dorsten sein erstes Geisterrad, das an einen tödlichen Unfall vor fünf Jahren an der Clemens-August-Straße erinnert.

„Besser kann man an diesen traurigen Unfall nicht erinnern“, schreibt uns Leserin Britta Lange dazu. „Ich sehe das Mahnrad nicht als Verkehrsbehinderung, sondern als Bereicherung für unsere Stadt. An anderen Unfallstellen an Straßen stehen Holzkreuze, die an die Unfalltoten erinnern, und da hat auch keiner etwas gegen.“

Keine Verkehrsbehinderung

Unbekannte hatten das weiß gestrichene Fahrrad zum fünften Todestag der getöteten Radfahrerin am Straßenrand angekettet. Die Stadt Dorsten hatte die Aufsteller allerdings nicht eingeweiht. Wer es aufgestellt hat, ist nicht bekannt. Und so wollte sich der Verwaltungsvorstand am Donnerstag beraten, wie mit dem Rad umzugehen ist.

Eine abschließende Entscheidung dazu sei noch nicht erfolgt, erklärt Karsten Hartmann, Referent des Bürgermeisters, auf Nachfrage. Das Thema stehe auf der Liste der zu klärenden Sachen „sehr weit hinten“.

Britta Lange hofft, dass die Stadt „dieses Mahnmal auch positiv bewertet und es dort stehen bleiben kann“. Vorerst spricht offenbar nichts dagegen. „Wir haben es nicht als gefährlich eingeschätzt“, erklärt Hartmann. Und: „Wir stören uns nicht unbedingt daran.“

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