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Morgendlicher Streik der Bahn-Mitarbeiter sorgt für Chaos am Dorstener Bahnhof

dzBahnstreik

Die Bahnpendler hat es am Montagmorgen kalt erwischt. Ausgerechnet am ersten Tag nach der Wiederaufnahme des Bahnbetriebs am Dorstener Bahnhof sorgte der Eisenbahnerstreik für Chaos.

Dorsten

, 10.12.2018 / Lesedauer: 4 min

Zwei Wochen war der Dorstener Bahnhof wegen der nötigen technischen und baulichen Umrüstung auf das elektronische Stellwerk dicht. Am Montag (10.12.) sollte der Zugverkehr wieder rollen. Eigentlich. Denn zwischen 5 und 9 Uhr sorgte der Eisenbahnerstreik für ziemliches Chaos auf den Bahnsteigen.

Bei den Zügen ging nämlich gar nichts. Dadurch verzögerte sich nicht nur „Stresstest“ für die neuen Weichen und Signalanlagen. Sondern es gab auch eine Menge Unmut unter den wartenden Fahrgästen. „Es gab fast gar keine Informationen zum neuen Fahrplan und zu den Streiks“, ärgerte sich Christiane Vogel. Die Dorstenerin wollte eigentlich um 8 Uhr mit dem Zug nach Borken fahren. Der fuhr aber nicht. „Drei Mitarbeiter der Nordwestbahn standen herum und konnten nicht richtig Auskunft geben, wie es weitergeht“, so Christiane Vogel. Und auch die elektronische Fahrplanauskunft zeigte nur an, dass es Beeinträchtigungen gebe, aber nicht, wann der nächste Zug fährt.

„Zwei Stunden zu spät zur Arbeit“

Zu den vielen Pendlern, die von den heftigen morgendlichen Streikauswirkungen böse erwischt worden waren, gehörte auch der Dorstener Thomas Vogelsang. Er fährt jeden Morgen mit dem Zug zu seiner Arbeitsstelle nach Düsseldorf. „Heute komme ich zwei Stunden zu spät“, erklärte er. Am Sonntagabend habe er noch im Internet nachgesehen, ob der Bahnverkehr ab Dorsten von dem Streik betroffen werde.

Morgendlicher Streik der Bahn-Mitarbeiter sorgt für Chaos am Dorstener Bahnhof

Wie Thomas Vogelsang (links) wartenden zahlreiche Pendler darauf, dass die Züge wieder rollen. © Michael Klein

„Da gab es keine gegenteiligen Informationen“, sagt er. „Komisch war nur, dass später auf der VRR-Homepage keine Bahn-Infos mehr angezeigt wurden.“ Der Dorstener äußerte zwar Verständnis dafür, dass die Beschäftigten der Bahn und die Gewerkschaft EVG sich für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen einsetzten. „Aber das sollte nicht auf dem Rücken der zahlenden Kunden und Berufspendler passieren“, betont er.

Nicht die Nordwestbahn sreikte

Noch um 9 Uhr war nicht klar, wann der erste Zug an diesem Tag den Dorstener Bahnhof verlassen würde. Die Züge Richtung Borken, Coesfeld und Dortmund standen zwar parat, von dem Zug nach Essen, der eigentlich schon längst abgefahren sein sollte, war aber nichts zu sehen.

Rund 30 wartende Fahrgäste harrten der Dinge. Der Service-Mann der Nordwestbahn, der vor Ort als Ansprechpartner für die Fahrgäste abgestellt worden war, konnte einem leidtun. „Wir Mitarbeiter der Nordwestbahn streiken nicht“, erklärte er den Pendlern. „Wir stehen seit 5 Uhr parat und warten darauf, dass es losgeht. Unsere Züge stehen längst bereit.“ Dass nichts passierte, lag nach seinen Worten also nicht am Zug-Personal der Nordwestbahn, „sondern daran, dass die Beschäftigten der Bahn AG das Stellwerk bestreiken“.

Morgendlicher Streik der Bahn-Mitarbeiter sorgt für Chaos am Dorstener Bahnhof

Gegen 9.25 Uhr fuhr der erste Zug nach Essen ab. © Klein

Auch die Nordwestbahn erklärte später offiziell in einer Pressemitteilung: „Unsere Mitarbeiter streiken nicht, die Nordwestbahn hat mit allen Tarifparteien gültige Tarifverträge. „Wir halten es für unverantwortlich, dass durch eine Auseinandersetzung im Tarifkonflikt der Deutschen Bahn AG die gesamte Branche in Mitleidenschaft gezogen wird.“

Erster Zug fuhr gegen 9.20 Uhr

Gegen 9.15 Uhr lief dann doch ein Zug ein, der die Fahrgäste nach Essen fahren sollte. Dass aber mit der RB 43 (Emschertalbahn) um 9.20 Uhr ausgerechnet ein Triebwagen der Bahn AG als erster Zug die freie Fahrt bekam, quittierten die Nutzer der Nordwestbahn-Linien mit Hohngelächter. Auch im Laufe des Tages kam es immer wieder zu Verspätungen von zehn bis dreißig Minuten, vor allem bei den Zügen nach Borken und Essen. „Die waren Folge des Streiks, das hatte nichts mit der Umstellung auf die neue Stellwerkstechnik zu tun“, so Karin Punghorst vond er Presestelle der Nordwestbahn.

Übrigens: Auf die Fahrgäste der Emschertalbahn (RB 43), die zwischen Dorsten und Dortmund verkehrt, kommt eine wichtige Änderung zu. Seit Montag (10.12.) hält der Zug nicht mehr am Bahnhof in Wanne-Eickel. Die Züge dieser Linie werden zwischen Gelsenkirchen Zoo und Herne umgeleitet. Der Grund laut Auskunft der Bahn: Arbeiten an der Eisenbahnüberführung Eickler Bruch.

Morgendlicher Streik der Bahn-Mitarbeiter sorgt für Chaos am Dorstener Bahnhof

Die Emschertalbahn hält die nächsten Monate nicht in Wanne-Eickel. © Michael Klein

Die Bahn AG rät den Fahrgästen mit Ziel Wanne-Eickel, in beiden Fahrtrichtungen in Herne auszusteigen und als Ersatz die Züge der Linie RE 3 (Eurobahn) beziehungsweise die S-Bahnen der Linie S 2 zu nehmen. Die Züge dieser Linie, die in Wanne-Eickel Hbf beginnen beziehungsweise enden, verkehren planmäßig.

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