Ingeborg Peters-Stock muss sich noch überlegen, wie genau sie mit den nicht verkauften Waren umgehen will. © Rüdiger Eggert (A)
Kleidung bleibt liegen

„Mittlere Katastrophe“: Teilweise starke Moderabatte zu erwarten

Aufgrund der Corona-Situation können Modegeschäfte deutlich weniger Kleidung als gewohnt verkaufen. Was passiert mit den Restbeständen in Dorsten? Die Möglichkeiten sind vielfältig.

Ingeborg Peters-Stock muss durchatmen. „Das ist eine mittlere Katastrophe“, meint die Inhaberin eines Damenmodengeschäfts an der Recklinghäuser Straße beim Blick auf die zahlreichen Herbst- und Winterkleidungsstücke, die sie in der Lockdown-Situation nicht verkauft hat.

„Wenn man weitermachen will, kann man nur mit neuer und frischer Ware weitermachen. Wir müssen, um aktuell zu bleiben, jetzt schon die Ware für den nächsten Winter bestellen“, erklärt Ingeborg Peters-Stock. Was aber passiert mit den alten Kleidungsstücken?

Starke Rabatte und Spenden

„Wir wissen es selbst noch gar nicht“, gibt die Inhaberin zu. Verschiedene Wege seien denkbar. Zum einen werde es sicherlich starke Rabatte im Bereich von mehr als 50 Prozent geben. Außerdem seien einige Kunden bekannt, die dringend etwas brauchen und die man gezielt ansprechen könne. „Wir rufen Kunden an und bringen ihnen die Ware rüber“, erläutert Ingeborg Peters-Stock. Nach einer gewissen Zeit spende man die überfällige Ware dann an soziale Organisationen.

Räumungsverkauf bei Sinn/Mensing geplant

Wenn die Geschäfte am 8. März wieder öffnen sollten, will die Modekette Sinn, die das Mensing-Haus in Dorsten übernimmt, eine Woche lang einen Räumungsverkauf mit Herbst- und Winterware anbieten. Am 18. März ist die Neueröffnung unter neuem Namen geplant. „Dann werden wir nur noch Frühjahr- und Sommerware anbieten. Der Rest der Herbst- und Winterkleidung wird eingelagert und über die Outlets verkauft“, erklärt Unternehmensleiter Friedrich-Wilhelm Göbel.

Grundsätzlich gebe es auf dem Markt verschiedene Modelle. Einige Händler würden an sogenannte Aufkäufer verkaufen, an anderen Standorten würde die Ware vernichtet. „Die Aufnahmefähigkeit ist total begrenzt“, macht er sich keine Illusionen.

Instagram hilft, Kleidung zu verkaufen

Nicht ganz so starke Probleme ergeben sich für Sibylle Eiben, Geschäftsführerin von „Gartz Wäschemoden“. Das Sortiment im Bereich Wäsche und Dessous ist weniger von den Jahreszeiten abhängig als andere Kleidungsstücke. „Allerdings haben wir im letzten Jahr so gut wie keine Bademode verkauft“, berichtet Sibylle Eiben. Diese werde in diesem Jahr vergünstigt angeboten.

Wenn sonst mal etwas übrig bleibt, spendet sie es auch an wohltätige Organisationen. Dabei hat Sibylle Eiben eine Anregung: „Wenn man verkäufliche Ware spenden will, sollte man nicht noch Mehrwertsteuer zahlen müssen.“

Dem Rostfleckhaus gelingt es mithilfe des eigenen Instagram-Kanals gut, ältere und damit reduzierte Kleidung zu verkaufen. „Wir machen da viel Werbung mit Tragebildern und kleineren Videos. Wir haben viele Follower, das funktioniert gut“, erzählt Verkäuferin Martina Alder. Zudem gebe es seit Kurzem einen Onlineshop. Die einzelnen Stücke, die übrig bleiben, werden reduziert verkauft oder an soziale Organisationen wie das Frauenhaus gespendet.

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Bastian Becker

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