An der Bushaltestelle an der Straße "Surick" hat sich die Messerstecherei ereignet. © Guido Bludau
Gerichtsprozess

Mitternächtliche Messerstecherei an Bushaltestelle gibt Rätsel auf

Zwei Asylbewerber geraten an einer Bushaltestelle in Dorsten aneinander. Einer von ihnen wird schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert. Die Aufklärung der Tat vor Gericht ist schwierig.

Ein handelsübliches Küchenmesser war mit Spiel – so viel ist klar. Dass ein 24-jähriger Asylbewerber aus Pakistan damit so schwer verletzt wurde, dass er anschließend sechs Tage lang im Krankenhaus Bergmannsheil in Buer mit getrennter Sehne stationär verbleiben musste – das steht auch außer in Frage.

Doch wer bei der mitternächtlichen Messerstecherei, die sich in der Nacht zum 1. Mai-Feiertag an einer Bushaltestelle an der Straße Surick im Dorstener Stadtteil Wulfen ereignete, wer Täter und wer Opfer war, darüber ist noch kein Urteil gesprochen: Das Verfahren vor dem Dorstener Schöffengericht musste am Mittwoch vertagt werden, da zwei wichtige Zeuginnen am Mittwoch (13. Januar) nicht erschienen waren.

Auf der Anklagebank: ein 28-Jähriger Asylbewerber, vor fünf Jahren ebenfalls aus Pakistan eingereist. Die Männer waren bis zu dem Vorfall gute Freunde, doch der Streit mit seinen schmerzhaften Folgen hat die beiden Männer bis zum heutigen Tag entzweit.

In den 1. Mai gefeiert

In der Tatnacht saß das spätere Opfer in einer Wohnung in Barkenberg mit zwei Freundinnen und einem Freund zusammen. „Wir haben ein bisschen in den ersten Mai hineingefeiert“, sagte der 24-jährige Mann aus. Eine der beiden Frauen war die damalige Freundin des Angeklagten.

„Sie war von mir schwanger und ich hatte deshalb etwas Stress mit ihr“, erzählte der Angeklagte im Gerichtssaal. Deswegen habe er sie in der Nacht angerufen, um das zu klären. Am Treffpunkt Bushaltestelle sei aber nicht sie erschienen, sondern sein Kumpel.

„Mit der Hand geschnitten“

„Er hat dann angefangen und mich mit seinem Messer am Arm verletzt“, so der Beschuldigte. „Ich habe es ihm dann abgenommen, aber bevor ich es wegwerfen konnte, hat er sich mit der Hand an dem Messer geschnitten.“

Der 24-Jährige hingegen schilderte die Auseinandersetzung ganz anders. „Er wollte zunächst mit seiner Freundin sprechen“, sagte er, dann mit der anderen Frau. Beide hätten sich aber geweigert, zu ihm hinunter zu kommen. „Deswegen fing er an, mich zu beleidigen“, so der Ex-Kumpel. „Ich habe noch nie erlebt, dass er so besoffen gewesen ist.“

„Ich mach Dich tot“

Dann habe der 28-Jährige mit den Worten „Ich mach dich tot“ das Küchenmesser aus der hinteren Hosentasche gezogen und versucht, ihn in den Bauch zu stechen. „Er traf aber nur die Hand.“ Als schließlich die beiden Frauen schreiend auf die Straße liegen, sei der Angeklagte geflüchtet. Die Frauen sollen nun beim nächsten Sitzungstermin aussagen.

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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