Bürgermeister Tobias Stockhoff überreichte Klaus Ihling (l.) am Abend seiner letzten Wahl, die er in Dorsten organisiert hat, einen Geschenkkorb. © Lisa Wissing
Bundestagswahl 2021

„Mister Wahl“ in Dorsten hört auf mit Gänsehaut auf den Armen

Wahlen und Klaus Ihling - das gehörte in Dorsten 38 Jahre lang zusammen. Doch die Bundestagswahl markiert eine Zäsur. Ihling geht nun in den Ruhestand, sein Nachfolger steht schon fest.

Um 19.15 Uhr steht Klaus Ihling an einem Wahlsonntag gemeinhin unter Volldampf. Da ist eigentlich keine Zeit für Sentimentalitäten. Doch dann stand der Bürgermeister mit einem großen Geschenkkorb mitten im Ratssaal und sang ein Loblied auf den langjährigen „Mister Wahl“ der Stadtverwaltung. Auch wegen der „standing ovations“ anschließend bekam Klaus Ihling „Gänsehaut an beiden Armen“.

„Er ist ein absolutes Phänomen“, sagt Bürgermeister Tobias Stockhoff über den Mann (62), der nun in die Freizeitphase seiner Altersteilzeit wechselt und „wohl so lange wie kaum jemand sonst in Nordrhein-Westfalen“ diese Aufgabe übernommen hat. Ihlings Fachwissen habe sogar den Landeswahlweiter beeindruckt, so Stockhoff, aber vor allem auch „die Leidenschaft für die Wahlen“ habe ihn ausgezeichnet. „Wahlen sind der essenzielle Bestandteil der Demokratie, da bin ich Klaus Ihling für seinen Einsatz unendlich dankbar.“

Nachfolger steht bereits fest

Der so Gelobte war auch am Montag noch mit den Wahlen beschäftigt. Alle Schnellmeldungen aus den Wahllokalen mussten mit den tatsächlichen Ergebnissen abgeglichen werden. Das wird ihm möglicherweise nicht fehlen in Zukunft, der Kontakt zu den Kollegen und das Kribbeln an einem Wahltag vielleicht schon.

Sein Nachfolger im Rathaus steht bereits fest. Marc Ehlert, ausgebildet im gehobenen Verwaltungsdienst, feiert seine Feuertaufe im Mai 2022 bei den Landtagswahlen. „Er ist Dorstener, kennt sich mit Zahlen und Statistik aus und hat Rechtskenntnisse.“ Doch wer Klaus Ihling kennt, ahnt: Wenn Not am Mann ist, wenn sein Rat gefragt ist, steht er bereit.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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