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Missbrauch von Kindern: Tennislehrer steht vor Gericht

dzLandgericht

Ausgerechnet ein Tennislehrer, der sich in seinem Dorstener Club für die Jugendarbeit stark gemacht hat, muss sich wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht verantworten.

Dorsten/Essen

, 10.01.2019 / Lesedauer: 3 min

Als der Angeklagte am Donnerstag von den Wachtmeistern in den Gerichtssaal gebracht wurde, war selbst sein Verteidiger überrascht. Der früher angeblich meist braun gebrannte Tennislehrer hat seit seiner Festnahme nicht nur an Gewicht zugelegt, sondern erinnerte auch sonst nicht mehr an den gut aussehenden, durchtrainierten Sportler, der er einmal gewesen sein soll.

Zum Prozessauftakt vor dem Essener Landgericht versteckte er sein Gesicht fast die ganze Zeit hinter einer Jacke, blickte nur zu den Richtern.

Kontakt zu Frauen mit Kindern aufgenommen

Was dem hauptamtlichen Tennislehrer vorgeworfen wird, hat es in sich. Obwohl er verheiratet ist, soll der 39-Jährige zwischen 2015 und 2017 über soziale Netzwerke immer wieder Kontakt zu Frauen aufgenommen haben, um sich mit ihnen zu Seitensprüngen zu treffen. „Dabei kam es ihm darauf an, dass sie Kinder hatten“, heißt es in der Anklage der Essener Staatsanwaltschaft.

In der Folge soll er die Frauen aufgefordert und angestiftet haben, ihre eigenen Kinder sexuell zu missbrauchen und ihm Nacktfotos zu schicken. Das Unfassbare: Genau das soll auch passiert sein.

Eine Erzieherin aus München hat laut Anklage sogar Bilder von Kindern aus einer Kita gesendet, die sie dort betreut hat. Andere schickten angeblich Fotos ihrer eigenen kleinen Töchter und Söhne. Manche sollen erst drei Jahre alt gewesen sein. Gleichzeitig soll der Tennislehrer auch selbst Interesse geäußert haben, die Kinder sexuell zu missbrauchen.

Müttern drohen eigene Strafverfahren

Einmal war der Tatort angeblich sogar das Vereinsheim seines Dorstener Tennisclubs. Dort soll er mit einer Frau vor den Augen ihres dreijährigen Sohnes intim gewesen sein. Der Junge hat die Bewegungen des Angeklagten laut Anklage später nachgemacht. Sexuelle Handlungen vor Kindern gelten laut Gesetz ebenfalls als Missbrauch.

Die Mütter und Frauen, mit denen der zuletzt in Bottrop wohnende Angeklagte Kontakt gehabt haben soll, müssen sich an ihren Wohnorten natürlich in eigenen Prozessen ebenfalls vor Gericht verantworten. Zum Prozessauftakt hat sich der 39-Jährige noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Und dass soll nach Angaben seines Verteidigers auch erst einmal so bleiben. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Angeklagten mehrere Jahre Haft.

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