Mercaden-Umbau startet wohl mit Verspätung

dzMercaden Dorsten

„Direkt nach Ostern“ sollte der Umbau der Dorstener Mercaden beginnen. Doch einen Zeitplan gibt es noch nicht. Das Centermanagement erklärt die Probleme, hat aber auch überraschende Zahlen.

Dorsten

, 04.04.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Budget (6 Millionen Euro) für die „Repositionierung“ der Mercaden hat die Hessisch-Thüringische Landesband vor Monaten bewilligt. Die Baugenehmigung der Stadtverwaltung liegt seit Wochen vor. Doch wann der Umbau des Einkaufszentrums am Westwall beginnt, ist ungewiss. „Es ist derzeit nicht leicht, Fachfirmen zu finden“, bestätigte Helmut Koprian, Vorsitzender der Geschäftsführung von Koprian IQ, auf Anfrage. Der Hamburger Center-Spezialist hat Anfang 2018 das Management der Mercaden übernommen.

Noch nicht alle Gewerke vergeben

Koprian erläutert die Probleme an einem Beispiel: „Für die Verlegung der Rolltreppe benötigt man etwa ein Dutzend Gewerke. Die Mehrzahl der Firmen haben wir unter Vertrag, aber eben noch nicht alle. Und solange können wir auch keinen Zeitplan aufstellen.“

Auch die Stadtverwaltung hatte in der Vergangenheit mehrfach betont, dass eine Ausschreibung nicht immer auf Anhieb erfolgreich ist. Und Privatleute stöhnen ebenfalls, wenn sie wochen- oder monatelang auf einen Handwerker warten müssen. Die Auftragsbücher der meisten Firmen sind voll.

Schwierige Gespräche mit möglichen Mietern

Die Rolltreppe soll im ersten Bauabschnitt vom Eingangsbereich verlegt werden und später direkt hinauf zu TK Maxx (und dort auch wieder hinab) führen. Später wird ein weiterer Lichthof im westlichen Bereich gebaut, ein neues Farb- und Lichtkonzept umgesetzt und im Erdgeschoss ein Brunnen installiert. Die gesamte Bauzeit hatte Koprian stets mit 15 bis 18 Monaten veranschlagt.

Ohne Baustart gestalten sich auch die Gespräche mit möglichen Mietern nicht einfach, bestätigt Koprian. Er spricht von einem „Warmlaufen“. In einem Fall sei man schon „sehr weit“, allerdings möchten Interessenten generell „auch etwas sehen. Da reicht ein Flyer, wie es mal werden soll, nicht.“ Namen will Koprian erst nennen, wenn die Unterschriften unter den Verträgen sind.

Frequenzbringer für das Erdgeschoss gesucht

Sicher scheint, dass das Centermanagement auf der Suche nach einem weiteren „Frequenzbringer“ ist. Das könnte im Nachklang auch die Gespräche mit anderen Unternehmen einfacher machen. Koprian hatte in der Vergangenheit bereits betont, dass Ladenlokale im Erdgeschoss auf Wunsch der Mieter größer werden könnten, es also insgesamt weniger Läden geben könnte als ursprünglich mal geplant waren.

Mercaden-Umbau startet wohl mit Verspätung

Bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung im Februar hatte Helmut Koprian die Mercaden-Pläne rund 100 Zuhörern erläutert. © Julian Schäpertöns

Die vielen Leerstände haben dem Einkaufscenter offenbar weniger geschadet als angenommen. Die Kundenfrequenz war 2018 genauso hoch wie 2017“, sagte Koprian. „Das hat sich im ersten Quartal 2019 bestätigt.“ Auf einer Informationsveranstaltung im Februar hatte er von „7000 bis 9000 Besuchern täglich“ gesprochen. „Mal sind es weniger, an Samstagen auch mal mehr. Ich halte aber 10.000 bis 13.000 Besucher eines Tages für realistisch.“

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