Große Banner auf den Schaufenstern im Mercaden-Erdgeschoss weisen auf baldige Neueröffnungen hin. Doch wann genau es so weit ist, hängt von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab. © Stefan Diebäcker
Mercaden Dorsten

Mercaden: Eine richtige Baustelle und ganz viele andere

Im Einkaufszentrum Mercaden geht nicht viel. Umsatz- und Frequenzzahlen nennt das Centermanagement lieber nicht, aber klar ist: Es gibt viele Baustellen, derzeit sogar eine richtige.

Der Brunnen im Erdgeschoss der Mercaden ist fertig, aber ohne Wasser und mit Flatterband gesichert. Das alleine sieht schon nach Baustelle aus. Eine richtige gibt es es ein paar Meter weiter. Die Filiale von S1 wird seit Dezember planmäßig erweitert. Auch die baulichen Planungen für den Ausbau der Ärzte-Praxis laufen.

Der „Multi-Label-Betreiber“ S1 erweitert seine Verkaufsfläche um 500 Quadratmeter. Ab März kommen weitere Geschäfte von Cecil und Street One im Erdgeschoss hinzu. Große Banner auf den Schaufenstern weisen bereits darauf hin, doch ob die Geschäfte dann tatsächlich öffnen dürfen, ist ungewiss.

„Wir sind auf Stand-by“, sagt Helmut Koprian, Geschäftsführer der Hamburger Koprian IQ, die vor drei Jahren das Centermanagement im kriselnden Einkaufszentrum übernommen hat. Wie überall dürfen derzeit nur wenige Geschäfte öffnen, „aber technisch und organisatorisch sind die Mercaden voll besetzt“. Allmorgendlich gibt es Rundgänge und technische Überprüfungen, auch gereinigt wird das Haus jeden Tag.

Die S1-Mode wird vor Staub geschützt, denn derzeit läuft die Erweiterung des Ladenlokals.
Die S1-Mode wird vor Staub geschützt, denn derzeit läuft die Erweiterung des Ladenlokals. © Stefan Diebäcker © Stefan Diebäcker

Im Hintergrund arbeiten der Centermanager und die Hamburger Zentrale weiter an dem Marketingkonzept für die hauseigene Werbegemeinschaft und passt dieses auf eine mögliche Ladenöffnung im Februar oder März an. Koprian hofft wie alle Einzelhändler, dass es nicht Ostern wird …

Vermietungsgespräche auf Eis gelegt

Durch die Corona-bedingten Ladenschließungen bis mindestens 14. Februar wurden weitere Vermietungsgespräche auf Wunsch der möglichen neuen Mieter auf einen Zeitpunkt verschoben – „wenn Läden und Gastronomie in Deutschland uneingeschränkt wieder öffnen dürfen“, so Koprian.

Die Koprian IQ wähnte sich da im Herbst auf einem guten Weg, musste aber zuletzt weitere Rückschläge hinnehmen. Hairexpress und Supercut (beides Klier Group), CCC Shoes und Bonita hatten Insolvenz angemeldet und Ende des letzten Jahres ihre Ladenlokale auch in den Mercaden geräumt.

Gänzlich unvorbereitet hat das die Mercaden-Macher nicht getroffen, aber die Zahl der Baustellen ist dadurch am Westwall noch etwas größer geworden.

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Stefan Diebäcker

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