Dieses Schild sehen A31-Fahrer gar nicht gerne: Die Auffahrten sind gesperrt, die Abfahrten ebenfalls. So bleibt nur noch eines: Immer weiter geradeaus fahren. © Guido Bludau
Bauarbeiten bis 2022

Mega-Baustelle A31: Und „immer mal wieder“ wartet eine neue Schikane

Die A31 ist eine Dauerbaustelle. Eine Baustelle mit unangenehmen Extras. Niemand ist vor Überraschungen sicher. Eine Dorstenerin klagt ihr Leid.

Fahrer auf der A31 sind leidgeprüft. Sie müssen sich wegen Bauarbeiten bis 2022 durch ein 5,1 Kilometer langes Nadelöhr-Teilstück zwischen Bottrop-Feldhausen und Dorsten-West quälen. Zuweilen kriechen Pkw sogar hinter Lkw her, weil nur eine Fahrspur zur Verfügung steht.

Fast täglich liefern diese und andere Autobahn-Schikanen spannenden Gesprächsstoff. Eine Dorstenerin schrieb am Montag auf Facebook: „Bei wem wurde die Feierabendlaune heute ebenso angehoben wie bei mir, als er an der Anschlussstelle Schermbeck-Holsterhausen aufgefahren ist, um auf der Hardt wieder abzufahren, aber bis nach Gladbeck-Zweckel durchfahren musste, weil beide Dorstener Abfahrten gesperrt waren?“

Es müssen, wie auf Facebook feststellbar ist, einige gewesen sein. Auch Auswärtige klagen ihr Leid: „Die Sperrung der Dorsten-West-Ausfahrt von Norden kommend war nicht rechtzeitig ausgeschildert.“ So fuhren Kfz-Fahrer reihenweise zähneknirschend bis zur nächsten offenen Ausfahrt weiter.

Fahrbahnbelag ist in die Jahre gekommen

Auf dem Teilstück zwischen Bottrop-Feldhausen und Dorsten-West lässt Autobahn Westfalen Fahrbahnen und Ausfahrten sanieren. Das ist notwendig, weil dieser Straßenabschnitt von 1987 und marode ist. Wie das mit den Sperrungen der Zufahrten und Abfahrten vor sich gehen soll, wissen sie aber nicht. Das erfahren sie allenfalls tagesaktuell, wenn sie vorher die Seite verkehr.nrw im Internet aufrufen und ihre Route eingeben. Dann sehen Kfz-Fahrer, was sie erwartet und sie bekommen sogar Umleitungsempfehlungen.

Wer das nicht macht, erlebt solche Überraschungen wie die Dorstenerin sie auf Facebook geschildert hat. Denn Autobahn Westfalen als Initiatorin der Bauarbeiten berichtet auf ihrer Homepage lediglich, dass: „Autobahn Westfalen die Fahrbahn auf der A31 zwischen Bottrop-Kirchhellen und Dorsten in den Jahren 2021 und 2022 grundlegend erneuert und aus diesem Grund die Anschlussstellen Bottrop-Feldhausen und Dorsten bei Bedarf immer mal wieder gesperrt werden müssen.“

Wer der Gewohnheit folgt, hat schon verloren

„Immer mal wieder“ – das ist der Kern des Ärgers: Wer als Berufspendler oder Ortsansässiger seiner üblichen Routine folgt, ist nicht gewappnet, wenn er an der gewohnten Ausfahrt vorbeigelotst wird, weil sie „immer mal wieder“ gesperrt werden kann. Fairnesshalber muss gesagt werden, dass Autobahn Westfalen vor der Schließung der zweiten Dorstener Ausfahrt in einem bestimmten Zeitraum öffentlich in einer Pressemitteilung gewarnt und auch verdeutlicht hat, dass die Dorstener größere Umwege in Kauf nehmen müssen. Nicht mitgeteilt hat die Behörde jedoch, dass die Ausfahrt Dorsten-West über den 15. Juli hinaus gesperrt sein würde.

Wie groß die Umwege bei der Sperrung beider Dorstener Ausfahrten (Nr. 38 und Nr. 39) sind, hat eine Essenerin erlebt, die von Berufs wegen nach Dorsten einpendelt und abends wieder nach Hause fährt. Wenig zur guten Einstimmung auf den Arbeitstag trug bei, dass die Abfahrt aus Richtung Bottrop kommend erst an der Ausfahrt Holsterhausen möglich war, weil sämtliche Dorstener Schlupflöcher (die Ausfahrten 38 und 39) zeitgleich dicht waren. Rund 20 Minuten länger hat der Umweg gedauert, um das Dorstener Stadtzentrum zu erreichen.

Autobahn Westfalen erläutert die gesamte Baumaßnahme ausführlich auf der Homepage. Die Tücke liegt im Detail. Auf unsere Anfrage sagte ein Sprecher, Christopher Köster, dass die gleichzeitige Sperrung beider Dorstener Ausfahrten die absolute Ausnahme sein sollte: „Wir mussten sie schließen, weil der einspurige Verkehr auf dem Standstreifen so große Schäden angerichtet hat, dass die Fahrbahn unbedingt kurzfristig ausgebessert werden musste.“ Die Abfahrt Kirchhellen-Nord (Nr.39) habe man alternativ nicht öffnen können: „Die Fahrbahn ist dort schon abgefräst worden.“

Über die Autorin
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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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