Marktplatz-Umbau in Dorsten verschoben: Warum sich die Gastwirte darüber freuen

dzInnenstadt-Umbau

Weil die Baufirma für mehrwöchige Verzögerungen gesorgt hat, wird der Bau- und Zeitplan für die Neugestaltung der Fußgängerzone geändert. Das hat positive Folgen für Bürger und Gastronomen.

Dorsten

, 24.07.2019 / Lesedauer: 4 min

Wenn sich Arbeiten an einer Groß-Baustelle um Wochen verzögern, hat das normalerweise viel Ärger und Spott zur Folge. Für die Dorstener Bürger und die Marktplatz-Gastronomen sind die zeitweilig sehr schleppend vorangegangenen Pflasterarbeiten in der unteren Lippestraße allerdings wie ein Sechser im Lotto. „Eine Super-Nachricht war das“, sagt Astif Tatouz, Chef des italienischen Restaurants „O´Pazzo“ am Markt.

Essener Straße zuerst

Die Gastronomen können nämlich das komplette Sommer-Geschäft mitnehmen. Wie berichtet, soll wegen des mehrwöchigen Verzugs der Bauzeitenplan bei der Umgestaltung der Fußgängerzone geändert werden: Am 1. August wird die Baustelle mit der Neupflasterung der Essener Straße fortgesetzt, der Marktplatz kommt erst Anfang des kommenden Jahres an die Reihe.

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Sam Osmani (Eiscafe Michele) und Tochter Loreta. © Michael Klein

Eigentlich war Plan der Stadt, im August mit der rund viermonatigen Neugestaltung des Marktplatzes loszulegen. Die dortigen vier Gastronomie-Betriebe hätten dann auf ihre Außen-Terrassen mehr oder weniger verzichten müssen. Mit fatalen Folgen. „Der August ist für unser Eiscafé der beste Monat“, sagt Michele-Geschäftsführer Sam Osmani. Seinen Betrieb hätte er zwar offen gehalten, „ich kann ja in der Gordulagasse Tische und Stühle stellen“, sagt er, aber die Umsatzeinbußen wären dennoch erheblich gewesen.

Gäste haben sich geärgert

Auch Christiane Rex (La Piazza) hat sich sehr gefreut, als City-Manager Christoph Krafczyk (Stadtteilbüro „Wir machen Mitte“) die neueste Entwicklung präsentierte. Sie habe aber den alten Zeitplan mit Fassung getragen: „Wir alle profitieren davon, wenn der Marktplatz attraktiver wird“, sagt sie. „Aber meine Gäste hatten sich schon sehr darüber geärgert, dass der Marktplatz ursprünglich mitten im Hochsommer umgebaut werden sollte.“

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Christiane Rex vom "La Piazza". © Michael Klein

Gut 150 Außen-Sitzplätze hat das Café Extrablatt als „Platzhirsch“ auf dem Marktplatz, sie sind bei schönem Wetter von morgens bis abends voll besetzt. Visar Peci (Café Extrablatt) findet die zwischen Stadt und Baufirma vereinbarte Lösung deshalb „sehr angenehm“. Allerdings: „Die Personalplanung ist dadurch schwierig geworden.“ Er hat nämlich einigen seiner Stammkräfte angesichts der drohenden Marktplatz-Sperrung gesagt, dass sie im August und September Urlaub nehmen könnten. „Deswegen suche ich jetzt kurzfristig Ersatz.“

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Visar Peci vom Cafe Extrablatt. © Michael Klein

Astif Tatouz vom Restaurant O’Pazzo freut sich, dass durch den neuen Bauplan gewährleistet ist, dass sowohl das Herbstfest als auch die Eisfläche wie gehabt auf dem Marktplatz stattfinden werden. „Die beiden Veranstaltungen sorgen auch bei uns immer für ein gutes Geschäft.“ Er hofft nun darauf, dass auch die Markthändler bis Jahresende auf ihre angestammten Plätze zurückkehren. „An den Markttagen ist bei uns mittags deutlich weniger los, seitdem die Händler zum Lippetor umziehen mussten“, sagt er.

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Astif Tatouz vom Restaurant „O` Pazzo“. © Michael Klein

Das wird aber ein Wunschtraum bleiben. „Es wäre jetzt für die Markthändler durchaus möglich, vorübergehend wieder auf den Marktplatz zu ziehen“, so Stadtpressesprecher Ludger Böhne auf Anfrage: „Die Händler haben aber stets erklärt, dass es ihnen wichtig sei, von ihren Kunden verlässlich gefunden zu werden, häufige Standortwechsel seien nachteilig.“

Bis zum Altstadtfest

Insofern wollen sie nun noch länger auf dem Lippetorplatz und in der Lippestraße bleiben - bis die Erneuerung des Marktplatzes im nächsten Jahr abgeschlossen ist.

Die wird sich voraussichtlich bis in das späte Frühjahr ziehen. Vertraglich wurde mit der Firma vereinbart, dass der Marktplatz spätestens zum Altstadtfest zur Verfügung steht und die Baumaßnahmen dann abgeschlossen sind.

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Wegen Bauverzögerungen in der unteren Lippestraße muss der Bauzeitplan geändert werden. © Michael Klein

Gegenüber unserer Redaktion betont die Stadt, dass es beim Tausch der beiden Baumaßnahmen vor allem darum gegangen sei, den Zeitplan insgesamt einzuhalten zu können: „Nach der zeitlichen Verzögerung in der Lippestraße war das geplante Ende der anschließenden Bauarbeiten bis November nicht zu garantieren.“ Die Neugestaltung der Essener Straße hingegen sei in dem Zeitraum zu gewährleisten. Wichtig sei gewesen, das Vorweihnachtsgeschäft „so wenig wie möglich zu beeinflussen“, so Ludger Böhne.

Zusätzliche Bautrupps

Nachdem das von der Baufirma Benning beauftragte Sub-Unternehmen in der Lippestraße für einen mehrwöchigen Bau-Verzug gesorgt hatte, haben die Bauarbeiten in den letzten Tagen wieder ordentlich an Fahrt aufgenommen. Die Münsteraner Baufirma hat zusätzliche Bautrupps eingesetzt. Die untere Lippestraße ist so gut wie fertig, „die Pflasterarbeiten im Bereich Klosterstraße und Franziskanerkloster sollen im August abgeschlossen sein“, so die Stadt. Und Anfang August geht es in der Essener Straße und am Markt zwischen Glockenspielhaus und Ständebrunnen los.

Keine Sondernutzungsgebühr

Die vier Marktplatz-Gastronomen werden diese Arbeiten mit Freude verfolgen. Übrigens: Die Stadt kündigte gegenüber unserer Redaktion an, dass sie im nächsten Jahr während der Bauarbeiten auf dem Marktplatz auf die Sondernutzungsgebühr von den Gastwirten für die Möblierung der Außenfläche verzichten wird.

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