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Maria 2.0: Geballte Frauenmacht vor der Kirche

dzMaria 2.0

Frauen sollen Zugang zu allen Ämtern der katholischen Kirche haben! Das ist eine Forderung der Aktion Maria 2.0, an der sich am Sonntag auch Dorstener vor der Bonifatiuskirche beteiligten.

von Martin Jaster

Dorsten

, 13.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Ob Hildegard von Bingen, die Ordensfrau des 11. Jahrhunderts, die sich in der Naturheilkunde einen Namen machte, oder Katharina von Bora, die selbstbewusste Protestantin an der Seite von Martin Luther - sie hätten ihre helle Freude an dem gehabt, was sich bundesweit, verstärkt im Bistum Münster und auch in Dorsten auf dem Gelände vor der Bonifatiuskirche am Sonntagmorgen abspielte.

Maria 2.0: Die Mutter Jesu steht mit ihrem Namen für die Aktionen, die vom 11. bis zum 18. Mai geplant sind. Ausgangspunkt ist eine Initiative der Heilig-Kreuz-Gemeinde in Münster, wo sich fünf Frauen Anfang des Jahres Gedanken zu den ungleichen Machtverhältnissen in der Amtskirche gemacht haben.

Höchste Zeit für die glaubwürdige Erneuerung der Kirche

In Holsterhausen hatten Frauen aus der KFD zur Demonstration vor dem Kirchenraum aufgerufen, sie wollten nicht den Gottesdienst besuchen, sondern mit Texten, Musik oder Bannern darauf aufmerksam machen, dass es höchste Zeit ist für eine glaubwürdige Erneuerung der Kirche. Agnes Cirkel aus dem Regionalteam des Dekanats führte zu Beginn in das Anliegen der Vorbereitungsgruppe ein, daraufhin wurden verschiedene Forderungen verlesen, wie zum Beispiel den Zugang von Frauen zu allen Ämtern der Kirche oder die selbstverständliche Überstellung der Mißbrauchs-Täter an weltliche Gerichte.

Aus vielen Gemeinden Dorstens waren mehr als 100 Frauen und Männer zum Kirchenstreik in Holsterhausen erschienen, um dann hauptsächlich in einen intensiven Austausch untereinander zu treten. Adelheid Zimmermann aus der älteren Generation wies darauf hin, dass „bereits auf dem zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) die Position der Frau in der Kirche verstärkt diskutiert wurde, geändert hat sich seit den damaligen Forderungen aber recht wenig.“ Schwester Annette von den Dorstener Ursulinen nickte zustimmend, saßen doch ein paar ihrer bereits verstorbenen Mitschwestern damals am runden Tisch in Rom.

Männer unterstützten das Anliegen der Frauen

Zwei Männer der Pfarrei aus St. Antonius trugen von Anfang bis Ende der Versammlung ein Banner mit dem Schriftzug und Emblem der KFD: „ Wir wollen mit unserem Tun die Frauen sinnbildlich stützen und somit unterstützen!“

Konrad Neumann war aus St. Urbanus in Rhade angereist. Er ist Mitglied der Bewegung „Wir sind Kirche“ und erwähnte, dass zwar im März auf der Früh-Versammlung der deutschen Bischofskonferenz in Lingen betont wurde, die Macht der Kirche auf viel mehr Schultern zu verteilen, dass aber die Zeit dränge, den Worten Taten folgen zu lassen.

Als dann am Ende der Demonstration die Teilnehmer des Gottesdienstes den Kirchenraum verließen und sich zu der größeren Streikgruppe gesellten, wurde ein Lied angestimmt, ein Text von Teresa von Avila verlesen und das Vater Unser gebetet.

Iris Hogeweg aus dem Pfarreirat bedankte sich für den starken Zuspruch von Frauen und Männern an diesem sonnendurchfluteten Muttertags-Morgen und betonte, dass dieser Weg des Aufmerksam-Machens seine Fortsetzung finden werde, damit sicht etwas verändere.

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