Manfred und Doris Hochstetter waren das erste Stadtprinzenpaar des HCC

dzKarneval

Die Erinnerungen von Manfred und Doris Hochstetter an Karneval füllen Fotoalben. Ein Bild zeigt sie als Stadtprinzenpaar 1976. Den Rosenmontag ein paar Jahre zuvor werden sie nie vergessen.

Dorsten

, 01.03.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gladbeck, Rosenmontag, vor rund 50 Jahren: „Ich durfte das erste Mal nach der Schule ausgehen“, erinnert sich Doris Hochstetter an ihren Ausflug ins Karnevalstreiben. Sie war damals 15 Jahre alt. „Und dann sah ich ihn auf der Bühne und war gleich hin und weg. Dieser Mann, diese Stimme“, schwärmt sie noch heute und schaut ihren Manfred an, der damals, 14 Jahre älter als sie, auf der Bühne stand und mit seiner Stimme das Publikum begeisterte. „Ich hab sie gesehen, aber ich hab mich nicht getraut, sie anzusprechen“, weiß Manfred noch.

Doris‘ Freundin übernahm den Job der Kupplerin: „Wenn du die Doris wiedersehen willst, dann komm in 14 Tagen zu meinem Geburtstag“, lud sie Manfred nach dem Auftritt ein. Selbstverständlich kam er - und damit war die Sache mit ihnen beiden beschlossen.

Gebürtiger Rheinländer wurde ausgewählt

1972 zog das Paar nach Dorsten, Doris Hochstetter fand einen Job als Arzthelferin bei Dr. Tröber in Holsterhausen. „Wir wollten hier nicht mehr weg. Dorsten ist wirklich schön“, sagt Doris Hochstetter. Gemeinsam übernahmen sie für einige Jahre die Bewirtschaftung des Jägerheims an der Bismarckstraße. Dort trafen sich auch die Karnevalisten des 1972 gegründeten Holsterhausener-Carnevals-Clubs (HCC). „Wir brauchen ein Prinzenpaar“, befanden sie 1976. „Und was lag näher, als einen gebürtigen Rheinländer wie mich zu fragen“, erinnert sich Manfred Hochstetter. „Ich war sofort dabei.“ Karneval – das war ihm durch seine Auftritte als Sänger ja nicht fremd.

„Für mich war Karneval gar nichts“

Aber seiner Frau sagte er erst einmal nichts davon. Die war nämlich alles andere als jeck. Bei der Proklamation des Prinzenpaares fiel sie aus allen Wolken. „Boah, war ich sauer. Für mich war Karneval gar nichts und die Menschen kannten mich doch alle von meiner Arbeit beim Doktor. Und dann musste ich auf die Bühne. Man, war das peinlich“, sagt sie, lacht aber dabei, denn: „Es war dann eine richtig schöne Zeit.“ Ein Jahr lang stand das Prinzenpaar mit seinen selbstgenähten Umhängen an der Spitze der Karnevalisten, „überfiel“ an Karneval die Redaktion der Zeitung und auch die Polizei..

Doris und Manfred Hochstetter haben viele Fotos und auch Zeitungsartikel aufgehoben. Sie drehen sich vor allem um die Erfolge von Manfred Hochstetter als Komitee-Sänger.

Doris und Manfred Hochstetter haben viele Fotos und auch Zeitungsartikel aufgehoben. Sie drehen sich vor allem um die Erfolge von Manfred Hochstetter als Komitee-Sänger. © Jennifer Uhlenbruch

Auch danach blieben Manfred Hochstetter und seine mittlerweile jeck gewordene Frau dem Karneval treu. 1979 gründete Manfred Hochstetter mit anderen Karnevalisten die Dorstener Karnevalsgesellschaft (DKG). „Wir haben Programme geschrieben, eigene Wagen und Bühnen gebaut“, erinnert sich der heute 80-Jährige. „Und ich habe gesungen.“

Manfred Hochstetter stand ständig auf der Bühne.

Manfred Hochstetter stand ständig auf der Bühne. © privat

Als Komitee-Sänger der DKG holte er mit seinem Lied „Schunkelschatz“ beim Pokalwettbewerb des Bundes Ruhr-Karneval Gold, mit Stimmungsmusik stand er in den Städten der Umgebung, in Düsseldorf und Köln auf der Bühne. Nur zu den Auftritten nach Recklinghausen und Oer-Erkenschwick fuhr seine Ehefrau immer mit. „Weiter ging oft nicht. Ich hatte ja unseren kleinen Sohn zu Hause.“ Der übrigens auch an einem Rosenmontag zur Welt kommen sollte. „Zum Glück hat er sich zwei Wochen verspätet. Sonst hätte ja gar keiner Zeit gehabt. Nicht mal der Papa“, sagt Doris Hochstetter lachend.

Lesen Sie jetzt