Revision eingelegt

Mädchen missbraucht: Dorstener akzeptiert Strafe nicht

Ein 61-jähriger Mann aus Dorsten behauptet vor Gericht, dass eine Zwölfjährige Sex mit ihm wollte. Seine Strafe will er nun auch nicht akzeptieren.
Das Landgericht Essen: Hier ist der Dorstener verurteilt worden. © Jörn Hartwich

So eine Geschichte hören die Richter auch nicht oft: In einem Prozess um schwersten Kindesmissbrauch hatte ein 61 Jahre alter Mann aus Dorsten tatsächlich behauptet, dass er von einer Zwölfjährigen verführt worden ist. Seine Verurteilung zu viereinhalb Jahren Gefängnis will er nun auch nicht akzeptieren.

Wie das Essener Landgericht am Freitag bestätigte, hat der Verteidiger Revision eingelegt. Damit wird der Fall nun auch den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigen.

„Die wollte das“

Die Dorstener Schülerin war eine entfernte Verwandte des Angeklagten. Als ihre Geschwister von den sexuellen Übergriffen erfahren hatten, waren sie vor dem Haus des Dorsteners aufgetaucht, um ihn zur Rede zu stellen. Er hatte aber nur das Fenster geöffnet und heruntergerufen, dass er gar nicht wisse, was die Aufregung solle. „Die wollte das.“ So oder so ähnlich soll er sich damals ausgedrückt haben.

Und genau diese Äußerung wiederholte der 61-Jährige später auch vor Gericht, zusammen mit noch viel drastischen Äußerungen. Die Zwölfjährige hätte ihn sogar regelrecht zum Geschlechtsverkehr gedrängt.

Alter ist entscheidend

Unabhängig davon, dass die Richter ihm diese Erklärungen nicht geglaubt haben, spielte das rein rechtlich auch keine Rolle. Für eine Verurteilung wegen Kindesmissbrauchs ist einzig das Alter des Kindes entscheidend.

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