LWL mahnt Wohnheim an

DORSTEN Nach einem von der Stadt Dorsten abgelehnten Bauprojekt fehlen dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Kreisgebiet Recklinghausen Plätze für suchtkranke behinderte Menschen.

von Von Klaus-Dieter Krause

, 05.03.2008, 13:16 Uhr / Lesedauer: 1 min

Etwas 100 Plätze seien nötig, es könnten jedoch nur 72 Menschen in einem speziell betreuten Wohnheim untergebracht werden, kritisierte der LWL am Mittwoch in Münster. Damit liege das Versorgungsangebot weit unter den fachlich anerkannten Bedarfswerten. Mit Dorsten seien jedoch weitere Verhandlungen über einen Wohnheim-Neubau geplant.

Die Zahl chronisch Suchtkranker steige und der Anteil jüngerer Betroffener nehme weiter zu, warnte LWL-Krankenhausdezernentin Helga Schuhmann-Wessolek. Bislang müssten Betroffene aus dem Recklinghausener Kreisgebiet teilweise in weit entfernten Orten auch außerhalb Westfalens untergebracht werden.

Ursprünglich war ein Bauprojekt auf einem Grundstück der evangelischen Kirchengemeinde Lembeck geplant. Nach Protesten aus der Einwohnerschaft habe der Dorstener Rat das Bauvorhaben für 24 Plätze im Dezember abgelehnt, kritisierte der LWL.

Diese Presseerklärung hat bei der Dorstener Stadtspitze für große Irritationen gesorgt. „Ich bin schon sehr verwundert, dass der LWL einen Tag, bevor wir uns zu einem klärenden Gespräch im Rathaus treffen wollten, an die Öffentlichkeit geht“, macht Bürgermeister Lütkenhorst aus seinem Ärger keinen Hehl, „zudem sind uns die genannten Zahlen nicht bekannt - sie kamen im gesamten ausführlichen Schriftwechsel zur Bedarfsfrage nicht vor!“

Zu allem Überfluss werfen die Angaben neue Fragen auf: „Wir haben uns sofort mit dem Kreis in Verbindung gesetzt - die Aussagen, die angeblich vom Kreis getroffen worden sollen, sind bei den Zuständige nicht bekannt!"

Lesen Sie jetzt