LTE-Loch in der Innenstadt: Das Verhalten von Vodafone ist eine Frechheit

dzKommentar

Unser Redakteur ist langjähriger Kunde bei Vodafone. Telefonate und SMS waren nie ein Problem. Bei der Nutzung datenintensiver Dienste wurde es aber immer schlimmer. Ein Kommentar.

Dorsten

, 29.08.2019, 13:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit meinem ersten „Knochen“, also seit über 20 Jahren, bin ich Vodafone-Kunde. Was das Unternehmen in der Dorstener Innenstadt aber seit Jahren abliefert, ist eine Frechheit.

Zu Beginn, als ich das Handy wirklich nur fürs Telefonieren und SMS nutzte, konnte ich mich nicht beschweren. Vodafone hatte eines der besten Netze, Verbindungsschwierigkeiten gab es praktisch nur auf dem platten Land. Je mehr sich meine Nutzung aber in Richtung der Datendienste verschob, desto mehr fiel mir auf, dass man in der Dorstener Innenstadt als Vodafone-Kunde oft gerne woanders wäre. Mal eben die Fußball-Ergebnisse abrufen, eine WhatsApp mit Video schicken? Geht innerhalb von Gebäuden fast nie. Und wenn, dann in einer Geschwindigkeit, die mit „geschwind“ überhaupt nichts zu tun hat.

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Ich erwische mich dabei, mich im Sommer im Eiscafé auf dem Marktplatz auf einen der wenigen strategisch günstig aufgestellten Stühle zu setzen, von wo man, wenn man das Handy hoch und in eine bestimmte Richtung hält, ab und zu das freie Unitymedia-WLAN erwischt.

Neukundin schockiert vom langsamen Internet

Mein Kollege, der ebenfalls auf das Vodafone-Netz angewiesen ist, verschickte kürzlich mittags in der Redaktion seine mit dem Handy aufgenommenen Bilder per E-Mail, die auch im Redaktionspostfach eintrafen. Um 23 Uhr! Eine Kollegin, die im vergangenen Jahr zu Vodafone wechselte, war regelrecht schockiert von dem langsamen Internet in Dorstens Altstadt.

Als wir im Dezember 2018 bei Vodafone nachhakten, räumte der Unternehmenssprecher eine LTE-Lücke in der Altstadt ein (DZ+). Im Laufe des Jahres 2019 werde die Station an der Hühnerstraße mit LTE ausgestattet, so das Versprechen. Die Mittel seien bewilligt. „Endlich“, dachte ich erleichtert.

Jetzt, mehr als ein halbes Jahr später, sagt das Unternehmen, es solle doch nicht 2019 werden, sondern 2020. Eine „zukunftssichere“ Lösung werde angestrebt

Vodafone interessiert es auch nicht, wie ich an das Geld komme, mit dem ich monatlich meine Rechnungen bezahle

Um es ganz deutlich zu sagen: Welche technischen Herausforderungen für das Unternehmen hinter einer vernünftigen Internetanbindung in der Dorstener Innenstadt stecken, ist mir als Kunde total egal! Vodafone interessiert es auch nicht, wie ich an das Geld komme, mit dem ich monatlich meine Rechnungen bezahle.

„Mobil surfen. Wann Du willst. Wo Du willst.“ So lautet das Versprechen auf der Vodafone-Internetseite. Und nicht: „Mal gucken, ob Du Empfang hast. Bis 2020 ist es erst mal schlecht. Vielleicht gehst du besser zur Eishalle, wo der Mast steht!“

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