Zweieinhalb Stunden ging auf der A31 in beide Fahrtrichtungen nichts mehr, weil sich ein Lkw auf glatter Fahrbahn quergestellt hatte. © Guido Bludau (A)
Unfall auf A31

Lkw-Überholmanöver auf schneeglatter A31: Musste das sein?

Lkw-Havarie auf der A31: Ein Sattelschlepper überholte auf schneeglatter Fahrbahn - und stellte sich quer. Das Ergebnis: eine stundenlange Sperrung. Viele Fahrer froren und waren sauer.

Eine Lkw-Kolonne war am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr auf dem rechten Fahrstreifen der A31 in Richtung Emden unterwegs. Ein 40-jähriger Fahrer einer Spedition scherte dann mit seinem Sattelschlepper aus der Kolonne aus und überholte die neben ihm fahrenden Fahrzeuge. Der Lkw stellte sich auf glatter Fahrbahn quer. Die war nach der Schlitterpartie des Sattelschleppers in beide Richtungen blockiert. Musste das sein?

Relativ zügig, gemessen am Aufwand, konnte die Autobahnpolizei Münster die A31 nach der Lkw-Havarie wieder freigeben.
Relativ zügig, gemessen am Aufwand, konnte die Autobahnpolizei Münster die A31 nach der Lkw-Havarie wieder freigeben. © Guido Bludau © Guido Bludau

„Zeitdruck der Fahrer und schwierige Wetterverhältnisse sind eine ganz schlechte Kombination“, sagt der Sprecher der Autobahnpolizei Münster, Andreas Bode. Bis Montagabend, 22 Uhr, galten Fahrverbote auf den Autobahnen im Regierungsbezirk Münster für Kfz über 7,5 Tonnen. Entsprechend groß war der Nachhollieferbedarf am Dienstag. Es herrschte wieder dichter Lkw-Verkehr auf den Autobahnen.

Seit dem Wintereinbruch am Samstag haben sich laut Auskunft der Autobahnpolizei 19 Unfälle ab Samstagnacht, 0 Uhr, bis Mittwochmittag

im gesamten Verlauf der Autobahn 31 zwischen Bottrop und Emden ereignet. Dreimal wurden Menschen bei den 19 Unfällen verletzt, 15-mal gab es zum Teil erhebliche Sachschäden, einmal war kreuzendes Wild die Unfallursache.

Notfalls muss Schrittgeschwindigkeit gefahren werden

Andreas Bode betont in diesem Zusammenhang, wie wichtig eine angepasste Fahrweise auf schnee- bzw. eisglatter Fahrbahn ist. „Notfalls muss Schrittgeschwindigkeit gefahren werden“, so Bode. Denn selbst Winterreifen mit guter Profiltiefe nutzen bei den Schneemassen der letzten Tage nur bedingt etwas: „Da braucht man Schneeketten.“

Das sagt die Straßenverkehrsordnung: Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird. Die Geschwindigkeit ist insbesondere den Straßen-, Verkehrs-, Sicht- und Wetterverhältnissen sowie den persönlichen Fähigkeiten und den Eigenschaften von Fahrzeug und Ladung anzupassen.

Der querliegende Sattelschlepper war eines der Probleme, das die Autobahnpolizei mithilfe von Fachfirmen aus dem Weg räumen lassen musste. Das dauerte eine gefühlte Ewigkeit. Ein Kommentator auf Facebook meinte, in Holland würden die Autobahnen schneller geräumt: „Da werden die Lkw einfach zur Seite geschoben.“ Andreas Bode schildert den Ablauf, wie der Vorgang auf der A31 gehandhabt wurde: „So schnell wie möglich.“

Die Räumung der Autobahn verlief verhältnismäßig zügig

Denn für die Autobahnpolizei ging nach dem Unfall die Arbeit erst richtig los: „Unfallstelle sichern, Zeugen befragen, Abschlepper informieren.“ Wenn Öl austritt, muss auch das erst fachmännisch von der Feuerwehr beseitigt werden.

Im Fall des Lkw-Unfalls am Dienstagabend sagt das Einsatzprotokoll Folgendes: Um 17.48 Uhr war in Fahrtrichtung Emden der rechte Fahrstreifen wieder frei, um 18.38 Uhr, also zweieinhalb Stunden nach dem Unfall, die komplette Autobahn. Nicht alle Verkehrsteilnehmer, die frierend im Stau saßen, hatten vollstes Verständnis.

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Claudia Engel

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