Lesung: Dorsten ist Schauplatz in Andreas Heidtmanns Romandebüt

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In einer Kooperation der Oude Marie mit dem Literaturbüro Ruhr präsentierte Andreas Heidtmann am Samstagabend seinen Roman „Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde“.

von Paul Kahla

Dorsten

, 16.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 100 Zuhörer hatten im Amphitheater am Maria Lindenhof Platz genommen, um zu lauschen, wie Autor Andreas Heidtmann aus seinem neuen Buch liest. „Wie wir uns lange Zeit nicht küssten, als ABBA berühmt wurde“ heißt sein Debütroman.

Im Titel stecke schon viel von dem drin, worum es geht, erklärt der gebürtige Niederrheiner. Der Roman handelt vom 14-jährigen Ben, der im Sommer des Jahres 1974 seine ersten Erfahrungen mit der Liebe macht. Außerdem geht es um Musik. Denn 1974 ist auch das Jahr, in dem ABBA über Nacht berühmt wurde, was dem musikbegeisterten Protagonisten der Geschichte gar nicht gefällt. Seine musikalischen Helden sind die Rolling Stones und Jimi Hendrix oder Mozart und Bach. Es ist ein Roman über das Erwachsenwerden, die Lebensfindung und über die Freuden und den Schmerz der Jugend.

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Dorsten und Schermbeck als Inspiration

Der Inhalt sei, betont der Autor, nicht autobiografisch, enthalte jedoch Elemente aus seiner eigenen Jugend. „Mit Ende 50 habe ich ein Alter erreicht, von dem aus man mit dem nötigen Abstand über diesen Lebensabschnitt nachdenken und berichten kann“, sagt er. Dorsten und Schermbeck, beides Orte seiner Jugendzeit, dienen Heidtmann als Schauplatz für seine Geschichte. Die beiden Städte werden nicht explizit genannt, so hat der Autor künstlerische Freiheit und muss sich in seinen Beschreibungen nicht an die exakte Geografie halten. Wer allerdings aus der Region kommt, merkt am Umgangston, dass der Roman hier spielt und wird auch Schauplätze aus Dorsten und Schermbeck wiedererkennen.

Lesung mit musikalischen Einspielern

So erwartete die Zuhörer am Samstagabend eine Mischung aus Fakten und Fiktion. Eine Geschichte über die Liebe und das Nicht-Geliebt-Werden, dabei packend aber nicht kitschig. Mit wundervollem Detail beschreibt Heidtmann Szenarien aus einer vergangenen Zeit, schafft einzigartige Atmosphären und fängt dabei den lokalen Charme der Region am Rande des Ruhrgebiets ein.

Mit drei Kapiteln aus seinem Buch fesselte Heidtmann seine Zuhörer am vergangenen Samstag über viele Minuten hinweg. Zwischen den Leseblöcken beantwortete Heidtmann die Fragen von DJ und Radiomoderator Mike Litt, der ebenfalls in der Region aufgewachsen ist. Außerdem war die Lesung gespickt mit musikalischen Einspielern. Das Buch ist für all jene, die an der Zeit oder der Gegend Interesse haben und für Liebhaber von Musik der 70er. Es geht in dem Roman zwar um Jugend, er ist jedoch kein Jugendroman. Immer wieder stellt er eine Frage, die auch für Erwachsene interessant ist: „Was macht Sinn im Leben und was nicht?“

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