„Schlossallee“ in Lembeck soll einen neuen Radweg bekommen

Neuer Radweg

Der Fuß- und Radweg entlang der Lembecker „Schlossallee“ ist seit Jahrzehnten ein Provisorium. Jetzt kommt Bewegung in einen Neubau. Nicht nur das Land NRW hat da ein Wörtchen mitzureden.

Lembeck, Wulfen

, 26.02.2020, 14:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Fuß- und Radweg an der Lembecker Schlossallee

Die Chancen stehen offenbar gut, dass der Verbindungsweg zwischen Lembeck und Wulfen entlang der Lembecker "Schlossallee" ausgebaut wird. © Guido Bludau

Alle paar Jahre greifen ehrenamtliche Helfer u.a. der Lembecker Interessengemeinschaft (LIG) zu Harke und Schaufel oder rücken sogar mit schwerem Gerät an, um den schmalen Weg entlang der Wulfener Straße zu sanieren. Sonst gäbe es ihn wahrscheinlich längst nicht mehr. Unkraut und wucherndes Gras werden entfernt, anschließend die Schlaglöcher aufgefüllt.

Auf der Straße ist kein Platz

„Exakt 30 Jahre gibt es den Weg inzwischen“, erinnert sich Egon Cosanne. Auch der Lembecker Ingenieur hat schon mehrfach mit angepackt, damit Fußgänger und Radfahrer nicht auf die Allee vorbei an Schloss Lembeck ausweichen müssen. Die ist gerade mal so breit, dass zwei Autos aneinander vorbeikommen.

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Cosanne hat vor einigen Wochen Verkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) angeschrieben und ist über Umwege beim Landesbetrieb Straßen.NRW gelandet. Bei der Stadtteilkonferenz „Porte Lembeck“ stellte sich am Dienstagabend heraus: Auch die Stadtverwaltung hat die Initiative ergriffen, damit der Verbindungsweg zwischen zwei Stadtteilen ausgebaut wird.

Fuß- und Radweg an der Lembecker Schlossallee

Alle paar Jahre wird der schmale Fuß- und Radweg entlang der Lembecker Schlossallee von Freiwilligen repariert. © Guido Bludau

Bürgermeister Tobias Stockhoff sprach von der Möglichkeit eines „Bürgerradweges“, wie es ihn in anderen Städten bereits gibt. Wobei der Begriff durchaus missverständlich ist. „Es geht nicht darum, dass die Bürger einen Radweg anlegen und pflegen, sondern dass das Land einen Weg baut, der von den Bürgern als besonders wichtig empfunden wird“, sagte Stockhoff.

Sowohl Egon Cosanne als auch der Bürgermeister haben den Eindruck, dass Straßen.NRW durchaus bereit ist, einen Weg mitzufinanzieren, der auch zwei Radfahrern nebeneinander Platz bietet. Geklärt werden müsste aber u.a. noch die Frage, wer den neuen Weg anschließend in Schuss hält.

Der Graf gibt grünes Licht

Dass auf höchster Ebene überhaupt ein Gedanke an einen neuen Fuß- und Radweg verschwendet wird, ist einem Zugeständnis von Ferdinand Graf von Merveldt zu verdanken. Auf dessen Grund und Boden verläuft der holprige „Privatweg“, den er einst mit LIG-Gründer Josef Elvermann angelegt hat.

Jetzt hat der Graf laut Cosanne und Stockhoff grünes Licht gegeben für den Bau eines „richtigen“ Fuß- und Radweges. Die Rede ist allerdings nicht vom Verkauf des Grundstückes, sondern von einem „dauerhaften Nutzungsrecht“. Der Bürgermeister bestätigte, dass es einfacher sei, mit nur einem Grundstückseigentümer zu verhandeln. „Entlang der B 58 zwischen Deuten und Wulfen wäre das anders.“

Bis der neue Weg zwischen Lembeck und Wulfen gebaut ist, werden die Mitglieder der Lembecker Interessengemeinschaft und der „Porte“ vielleicht noch einmal mit Harke und Schaufel anrücken müssen. Und bestimmt findet sich dann wie so oft ein dankbarer Fußgänger oder Radfahrer, der den ehrenamtlichen Helfern eine Kiste Bier spendiert.

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