Lembecker Radlergruppe wünscht sich einen besseren Radweg entlang des Schlosses

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Radfahrer aus Lembeck regen eine Verbreiterung bzw. Verlegung des Radwegs am Schloss auf die andere Straßenseite an. Der Weg befindet sich auf Privatgrundstück. Welche Optionen gibt es?

Lembeck

, 08.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Ludger Bahde und seine Freunde aus Lembeck radeln gerne und viel durch Dorsten und Umgebung. In Borken zum Beispiel seien „die Radwege vorbildlich“, sagt Ludger Bahde. „Es wird ja immer proklamiert, dass Radwege ausgebaut werden sollen und wir möchten, dass auch hier vielleicht etwas Bewegung reinkommt.“

Die Gruppe regt einen breiteren Radweg in Lembeck an, idealerweise durchgehend auf der rechten Seite in Fahrtrichtung Wulfen, um eine Querung der viel befahrenen L608 zu vermeiden. Konkret geht um den Radweg am Schloss Lembeck entlang der Wulfener Straße (L608). Der befindet sich auf Privatgrundstück und ist mit Einverständnis des Eigentümers und durch Unterstützung der Lembecker Interessengemeinschaft (LIG) vor Jahren angelegt worden.

Lembecker Radlergruppe wünscht sich einen besseren Radweg entlang des Schlosses

Die Radfahrer-Truppe aus Lembeck schlägt in Richtung Wulfen einen durchgehenden Radweg auf der rechten Seite vor, um nicht die viel befahrene Wulfener Straße queren zu müssen. © Robert Wojtasik

Seitdem rücken alle paar Jahre Ehrenamtliche von LIG und inzwischen auch Porte aus, um den Radweg zu sanieren. Meist dann, wenn der Weg wieder einmal so schmal geworden ist, dass es bei Gegenverkehr knifflig wird. Die letzte Sanierung liegt zwei Jahre zurück.

Weg wächst zu, weil Radfahrer nicht am Rand fahren

„Das Problem ist, dass die Leute dazu tendieren, in der Mitte zu fahren“, sagt Friedrich Cosanne, der viele Jahre Vorstandsmitglied der LIG war. Dadurch wachse der Weg immer wieder zu. „Die, die den Radweg kennen, wissen auch, dass der Grünstreifen problemlos befahren werden kann. Der Untergrund ist auf zwei Metern Breite befestigt.“ Dass sich der Weg komplett auf die rechte Straßenseite verlegen lasse, hält Cosanne für unrealistisch.

Lembecker Radlergruppe wünscht sich einen besseren Radweg entlang des Schlosses

© Robert Wojtasik

„Für das Engagement sind wir sehr dankbar. Wir wollen die Arbeit auch auf keinen Fall schmälern“, betont Ludger Bahde. „Aber für diesen Weg scheint irgendwie niemand wirklich zuständig zu sein.“

Planung und Bau von Radwegen entlang von Landstraßen wie der Wulfener Straße erfolgen grundsätzlich durch den Landesbetrieb Straßen.NRW, erklärt eine Sprecherin des NRW-Verkehrsministeriums. Dies geschehe „auf der Grundlage der jährlich von den Regionalräten festgelegten Prioritätenlisten. Der Radweg an der Wulfener Straße sei bislang nicht in dieser Prioritätenliste enthalten. Ansprechpartner wäre in diesem Fall der Regionalverband Ruhr (RVR).

Programm „Bürgerradwege“ des Landes NRW

Alternativ sei zu prüfen, so die Sprecherin, ob eine Realisierung über das Programm „Bürgerradwege“ möglich wäre. Dieses im Jahr 2005 von der Landesregierung ins Leben gerufene Programm zielt darauf ab, verhältnismäßig unbürokratisch und zügig Radwege zu bauen. Voraussetzung für eine Förderung durch das Land ist die Eigeninitiative der Bürger.

„Hierzu wäre erforderlich, dass die Partner (Straßen.NRW, Kommune, Privatleute und Bürgerinitiativen) weiteres Vorgehen gemeinsam abstimmen“, sagt die Sprecherin des Verkehrsministeriums. „Die Antragsstellung zur Aufnahme in das Programm ‚Bürgerradwege‘ ist durch die zuständige Kommune durchzuführen.“

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