LEG-Mieter pflegen als Grünpaten Grünanlagen am Himmelsberg - das gefällt nicht jedem

dzGrünpatenschaften Barkenberg

Vor den Papageienhäusern der LEG am Himmelsberg sind die Beete Augenweiden. Zwei Grünpatinnen sind für das propere Gesamtbild verantwortlich. Sie werden dafür gelobt. Aber auch getadelt.

Dorsten, Wulfen-Barkenberg

, 29.08.2019, 11:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Annette Hilfing und Antje Grewer sind offizielle Grünpatinnen der Stadt Dorsten. Das heißt, sie haben einen Vertrag mit der Stadt besiegelt, wonach sie sich ehrenamtlich für die Pflege der Grünanlagen vor ihrer Haustür einsetzen. Im Gegenzug stehen Mitarbeiter der Grünflächenabteilung des Tiefbauamtes mit Rat und Tat zur Seite. Die Stadt sucht stets neue Ehrenamtliche, die bereit sind, öffentliches Grün in Ordnung zu halten.

LEG-Mieter pflegen als Grünpaten Grünanlagen am Himmelsberg - das gefällt nicht jedem

So schön hat Antje Grewer die Beete vor ihrer Haustür mit Pflanzen verschönert. Sie gießt die Pflanzen und hält Beete und Wege sauber. © Claudia Engel

„Ich habe im Frühjahr Sträucher und Blumen gesetzt, Rindenmulch aufgebracht, Beete und Wege säubere ich regelmäßig“, sagt Antje Grewer. Und: Es gibt Hundekotbeutel am Himmelsberg, damit die zahlreichen Vierbeiner im Stadtteil nicht überall im liebevoll gepflegten Grün ihre Haufen hinterlassen. Stadt, Vermieterin LEG und die meisten Passanten sind dafür dankbar. Aber nicht alle.

Einige Nachbarn schimpfen über den Einsatz

Denn am Himmelsberg 8, in einem der Papageienhäuser der LEG, schimpfen einige Nachbarn über den engagierten Einsatz von Antje Grewer. „Manche meinen, dass wir Wassergeld für die Pflege der Beete vergeuden. Und sie damit auch dafür zahlen müssen. Anderen ist die schöne Grünanlage gleichgültig. Wieder andere stoßen sich daran, dass sich vor dem Haus schon mal Menschen zu einem Gespräch treffen“, sagt Antje Grewer.

Antje Grewer hat nämlich mit dem Einverständnis ihrer Vermieterin nicht nur die Grünflächenpflege vor der Haustür übernommen, sondern auch einen Tisch und eine Bank inmitten der Pflanzen aufgestellt. „Hier treffen wir uns schon mal, das ist aber kein Café, auch wenn wir ein Scherzschild aufgehängt haben“, so Grewer. Eine Nachbarin verstehe das indes als Einladung an andere, sich niederzulassen und herumzulärmen. „Das ist nicht unser Anliegen“, sagen Hilfing und Grewer.

Anreize für die Nachbarschaft setzen

Im Gegenteil: Die beiden hegen nicht nur sichtbar das Wohnumfeld, sie sorgen auch für Anreize und Aktivitäten, damit Alt und Jung aus den Häusern sich treffen und kennenlernen. „Viele nehmen teil. In meinem Wohnhaus klappt das gut“, so Annette Hilfing.

Antje Grewer versucht derweil, ihren Kritikern gelassen und ruhig zu erklären, dass nicht nur die Optik durch ihr Engagement verbessert wird und niemandem ein Nachteil entsteht. „Wir verhandeln mit den Nachfolgevermietern der LEG, der Velero, gerade darüber, ob sie das Wassergeld für die Grünflächenpflege übernimmt. Die Stadt erlässt uns ja auch schon die Abwassergebühr für die Bewässerung der Pflanzen“, so Annette Hilfing.

Eine Hand wäscht die andere

So wäscht eine Hand die andere, meinen die beiden Frauen. Für Stadt und Vermieter sind solche Grünflächenpatinnen wie Annette Hilfing und Antje Grewer ein Hauptgewinn. Denn sie tragen dazu bei, das Stadtbild zu pflegen und zu verschönern. In Barkenberg gibt es 31 besiegelte Vereinbarungen, in ganz Dorsten insgesamt 67 Patenschaftsvereinbarungen. Die Tendenz sei steigend, sagt der Referent des Bürgermeisters, Karsten Hartmann, auf unsere Anfrage.

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