LEG beantwortete Mieteranfragen zum Wohnungsverkauf in Barkenberg sparsam

dzLEG Wohnen

Barkenbergs Mieterbeirat und Mieter kehrten enttäuscht von der Aktionärsversammlung der LEG in Düsseldorf zurück: Von 23 Fragen wurden fünf beantwortet. Ansonsten hieß es: keine Angaben.

Wulfen-Barkenberg

, 02.06.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rita und Wilhelm Zachraj sowie weitere Unterstützer aus Barkenberg fuhren am Mittwoch zur LEG-Aktionärsversammlung im Airporthotel Düsseldorf. Da der Mieterbeirat zwei Aktien der LEG hält, besteht die Möglichkeit, Fragen in der Versammlung an den Vorstand zu richten. Doch von dem umfangreichen Fragenkatalog aus Dorsten wurde nur ein kleinerTeil beantwortet. Ansonsten gab sich der Vorstand wortkarg.

„Marktbewertung und Strategie“ hätten demnach zu der Verkaufsentscheidung der LEG in Barkenberg geführt. Welches Geschäftsmodell der Kaufinteressent verfolgt, wollte die LEG nicht beantworten, so Wilhelm Zachraj: „Da die Verhandlungen noch andauern, kann und will die LEG keine Aussage machen“, hieß es.

Modernisierung, Umbau? Keiner weiß es

Keine Aussage gab es zudem zu der Nachfrage, ob der LEG-Nachfolger die Siedlung modernisieren oder umbauen wolle. Ob es sich um ein börsennotiertes Unternehmen handelt, wollten die Barkenberger Vertreter auch wissen, bekamen aber ebenfalls keine Antwort. „Die Antworten aller Fragesteller wurden völlig durcheinander und nur mündlich gegeben und zum Teil zurückgewiesen“, sagt Wilhelm Zachraj.

Auf Fragen nach dem Verkehrswert des LEG-Immobilienbestandes in Barkenberg und wie konkret die Absicherung der Siedlungsvereinbarung für Barkenberg in das Vertragswerk des potenziellen Erwerbers einfließt, blieb die LEG ebenfalls eine Antwort schuldig.

Ein Share Deal kommt für Barkenberg infrage

Knut Unger, Vertreter des Mietervereins Witten, mahnte in der Versammlung an, die Nichtbeantwortung der Fragen ins Sitzungsprotokoll der Aktionärsversammlung aufzunehmen. Daraufhin beantwortete die LEG die Frage nach einem möglichen Share Deal: Der sei in Barkenberg nicht ausgeschlossen.

Bei Share Deals werden die Immobilien nicht direkt verkauft. Daher fällt auch keine Grunderwerbsteuer an. Die Grundidee ist, Objekte erst in eine Firma zu überführen und im Anschluss Anteile (engl. Shares) dieser Firma zu verkaufen, erläutert ein Finanzforum online.

Land hat Häuser für einen Euro verkauft

Grunderwerbssteuern fließen ans Land NRW. Die Grunderwerbsteuer wird in NRW immer beim Kauf einer Immobilie oder von Bauland fällig und liegt bei 6,5 Prozent des Kaufpreises. Das Land hat 2008 die Barkenberger Siedlung für einen Euro an die LEG verkauft.

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