Bei den aktuellen Wetterverhältnissen kommen die Lkws auf den Autobahnen nur langsam vorwärts. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
Wintereinbruch

„Land unter“: Schnee bremst Dorstener Speditionen weitgehend aus

Speditionen leben davon, dass der Verkehr planmäßig läuft. Der Wintereinbruch erschwert die Lieferungen massiv. Drei Dorstener Unternehmen erzählen, wie sie damit umgehen.

Das winterliche Wetter macht das Fahren auf den Straßen schwierig. Das gilt natürlich in besonderem Maße für Lkw. Die Dorstener Speditionen sind deshalb in diesen Tagen weit vom Regelbetrieb entfernt.

„Die Autos stehen teilweise relativ lange auf der Straße oder beim Kunden“, erklärt David Tissen von der Spedition Nitz. Dabei könne es bei Lebensmitteltransporten passieren, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten wird und der Kunde die Ware deshalb nicht mehr annimmt.

Angesichts der Autobahnsperrungen in den vergangenen Tagen mussten die Speditionsfahrzeuge häufiger Umwege über Bundesstraßen nehmen. „Zum Glück fahren wir hauptsächlich von Dorsten aus Richtung Süden“, erklärt David Tissen. Deswegen werden die derzeit problematischen Stellen bei Bielefeld und Osnabrück seltener angefahren. Die Fahrer haben es mit Standheizung und Standklimaanlage im Fahrzeug wenigstens warm.

Viele Aufträge storniert

„Am Montag war hier Land unter“, berichtet Marco Welz, Speditionsleiter der Spedition Schrudde. Zunächst musste man die Fahrzeuge freischaufeln, dann die Ladeflächen reinigen und vom Schnee befreien. Dazu kam das Lkw-Fahrverbot auf den Autobahnen in Westfalen.

Marco Welz ist Speditionsleiter in der Spedition Schrudde. © privat © privat

Am Dienstag machte sich dann etwa die Hälfte der Fahrzeuge für Spezial- und Schwertransporte wieder auf den Weg. „Viele Aufträge wurden storniert und auf unbestimmte Zeit verschoben. Häufig fahren wir Baustellen an, wo Montagen stattfinden. Da wird im Moment nicht gearbeitet“, begründet Marco Welz. Die in dieser Zeit nicht benötigten Fahrer haben jetzt Urlaub bekommen.

Bei der angespannten Lage sei es wirtschaftlich teilweise sinnvoller, die Fahrzeuge stehen zu lassen. Denn in der Regel werden die Aufträge nachgeholt. Am Montag sollte ein Fahrzeug der Spedition mit der Fähre von Rotterdam nach Großbritannien übersetzen. „Der Fahrer ist bis Emmerich gekommen. Dann haben wir gesagt: Komm zurück, das hat keinen Sinn“, erzählt Marco Welz. Wichtiger sei die Sicherheit, das sehe die Kundschaft ähnlich. „Wochenlange Arbeit kann bei einem Unfall von jetzt auf gleich zerstört werden“, kennen Spedition und Kunden das Risiko.

Sicherheit geht vor: Pawlitza-Fahrzeuge bleiben stehen

Eindeutig fiel die Entscheidung bei der Spedition Pawlitza aus. „Ich habe unseren Mitarbeitern sofort gesagt, dass wir diese Woche gar nicht fahren. Nächste Woche geht es weiter“, betont Ulrich Pawlitza. Mit den Kunden, die oft schon lange mit der Spedition zusammenarbeiten, habe man in Gesprächen sofort einen Konsens gefunden und die Lieferungen auf einen späteren Termin verschoben. „Was nützt es, wenn ein Lkw 30, 40 Kilometer fährt und dann in einer Schneewehe stecken bleibt“, fragt Ulrich Pawlitza rhetorisch. Bei Material, wie überlangen Rohren, sei es schon gefährlich, diese überhaupt auf den Lkw zu legen.

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Bastian Becker

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