Lässiger Stilmix sorgt für musikalische Sternstunde im Bürgerpark

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Er wurde spontan außer der Reihe ins Amphitheater eingeladen - doch dann geriet der Auftritt von Leo Karter und seinen musikalischen Freunden zur Sternstunde im Park.

Dorsten

, 26.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eigentlich war er nur ein besserer „Lückenfüller“. Doch dann räumte dieser junge Musiker mit seiner Band richtig ab - und wurde zu einer Sternstunde in dem an Höhepunkten nicht gerade armen bisherigen Konzertreigen im Amphitheater des Bürgerparks Maria Lindenhof. Am Ende fünf Minuten lang Standing Ovations der Zuhörer - muss man erst mal schaffen. Respekt.

Großer Besucherandrang

Leo Karter heißt der Gitarrist und Keyboarder, den das Schaukelbaum-Team kurzfristig am Freitag außer der Reihe in das steinerne Rund im Park eingeladen hatte. Der Oberhausener, gerade mal 20 Jahre alt, brachte nicht nur eine aus musikalischen Jugendfreunden bestehende „Little Big Band“ mit - sondern sorgte auch für einen Besucherandrang, der die Schaukelbaum-Crew augenscheinlich überraschte.

Denn zusätzlich zu den vorher angemeldeten Gästen kamen spontan so viele Musikfreunde zusammen, dass manche von ihnen wieder nach Hause geschickt werden mussten - die Corona-Regeln ließen es nicht anders zu.

Leo Karter brauchte nicht lange, um mit seiner Band mit „Gebläse“ die Leute in seinen Bann zu ziehen. „Indie-Pop mit brasilianischem Einschlag“, so lässt sich die interessante Mixtur wohl am besten bezeichnen, mit der der Singer-Songwriter Leo Karter antritt, neues musikalisches Terrain zu erobern.

Obwohl kaum ein Dorstener den kurzfristig gebuchten Musiker kannte, war das Konzert so gut besucht. dass einige Gäste gar nicht erst eingelassen wurden.

Obwohl kaum ein Dorstener den kurzfristig gebuchten Musiker kannte, war das Konzert so gut besucht. dass einige Gäste gar nicht erst eingelassen wurden. © Birger Schwalvenberg

Mal großgewandig wie mit der ersten Single „Timber“, mal mit relaxten Reggae-Rhythmen oder Folkanleihen, und immer mit dem Blick über die musikalischen Tellerränder hinweg: Neben englischen Texten versteht es der kreative Freigeist, auch auf Portugiesisch ausdrucksstarke Texte zu formulieren. Zu hören beim polyglotten Outro seines Songs „Saudade“, zu hören auch beim komplett auf Portugiesisch geschriebenen Song „Amanhã“, in dem er traditionellen Bossa Nova popmusikalisch in ein neues Gewand kleidet.

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Der Multi-Instrumentalist Karter singt Lieder, die die Gefühlswelt des jungen Musikers widerspiegeln, die Geschichten von Aufbruch, von vergänglicher Liebe und der weltlichen Ohnmacht vor den Krisen unserer Zeit erzählen. Hier mit ein bisschen Tex-Mex-Sounds, dort mit ein wenig Samba, und auch der Garage-Rock feiert fröhliche solistische Gitarren-Urstände. Sommermusik vom Feinsten. Und Wiederholung erwünscht.

Kooperations-Potential

Der Musiker gehört zum Dunstkreis des Veranstaltungsteams, das rund um die legendäre Kulturkneipe „Gdanska“ in Oberhausen ein ambitioniertes Konzertprogramm im Spannungsfeld zwischen Pop, Folk, Electronic, World-Musik und Jazz zusammenstellt. Da dürfte also noch eine Menge städteübergreifendes Kooperations-Potential vorhanden sein.

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