Eine sichere Zuflucht ist für misshandelte und gepeinigte Frauen und Kinder wichtig, um sich aus der häuslichen Gewaltspirale zu befreien (Symbolbild). © picture alliance / Peter Steffen
Gewalt gegen Frauen

Kurz vor dem Corona-Lockdown: Frauenhaus Dorsten ist umgezogen

Das Frauenhaus Dorsten hat sich kurz vor dem Corona-Lockdown aus einer schwierigen Lage befreit. Es ist umgezogen. Für Frauen und Kinder soll das Schutzhaus eine sichere Zuflucht sein.

Das Frauenhaus Dorsten war schon an wechselnden Schauplätzen in Dorsten zuhause. Die letzte Adresse erwies sich als leidliches Provisorium: „Wir waren in einer umgebauten Lagerhalle untergebracht. Das hatte viele Nachteile“, sagt Frauenhaus-Leiterin Barbara Klaus-Krämer auf Anfrage.

Das Team des Frauenhauses Dorsten ist rund um die Uhr für Opfer häuslicher Gewalt zu erreichen: (02362) 4 10 55.

Ganz im Geheimen vollzog sich dann im Frühjahr der Umzug in eine neue Bleibe. „Das hat glücklicherweise noch vor dem Corona-Lockdown im März geklappt.“

Barbara Klaus-Krämer ist Leiterin des Dorstener Frauenschutzhauses.
Barbara Klaus-Krämer ist Leiterin des Dorstener Frauenschutzhauses. © Claudia Engel © Claudia Engel

Wie üblich, wird auch die neue Adresse des Dorstener Frauenschutzhauses geheim gehalten, damit die Bewohnerinnen und ihre Kinder vor Nachstellungen gewalttätiger Lebensgefährten und Ehepartner sicher sind. Denn das Frauenhaus hat aus einer Tragödie gelernt, nachdem eine Frau 2008 von ihrem Ehemann durch Handy-Ortung in Dorsten aufgespürt und auf bestialische Weise in der Fußgängerzone der Altstadt umgebracht worden war.

Das neue Haus hat deutlich mehr Komfort

Das neue Haus bietet den Bewohnerinnen deutlich mehr Komfort als die alte Bleibe: „Wir haben auf jeder unserer drei Etagen zwei Zimmer und jeweils ein Bad, vorher hatten wir für alle Bewohnerinnen lediglich ein Badezimmer und zwei Toiletten“, sagt Barbara Klaus-Krämer. 13 Bewohnerinnen und ihre Kinder können vorübergehend im Dorstener Frauenhaus leben. „Zurzeit sind wir voll belegt.“

Der Verein „Frauen helfen Frauen“ hatte sich selbst auf die Suche gemacht, um in Dorsten ein neues Haus zu finden. Ein Unterstützer hat die Immobilie für den Verein gekauft: „Wir zahlen Miete an ihn“, so Klaus-Krämer.

Spuckschutze und Hygieneartikel angeschafft

Wegen der Corona-Regeln geriet das Frauenhaus, wie viele andere Institutionen auch, unter zusätzlichen finanziellen Druck: „Wir mussten Spuckschutze und Hygieneartikel zusätzlich anschaffen, das ging ins Geld.“ Aus einem großen Tisch im Wohnraum, von dem das Frauenhaus-Team für die Bewohnerinnen geträumt hatte, wurde leider nichts. „Stattdessen wurden viele kleinere Einzeltische angeschafft, damit der Abstand eingehalten werden kann“, erzählt Klaus-Krämer.

Insofern treffe es sich gut, dass der Kreistag im Mai eine Corona-Soforthilfe für die Frauenhäuser im Kreis Recklinghausen beschlossen hat: 7500 Euro werden pauschal an jede Einrichtung ausgezahlt. „Das Geld haben wir aber noch nicht.“

Mit der neuen Wohnsituation seien die Frauen aber zufrieden, zumal das Haus einen schönen Garten habe. Dass der Druck in Coronazeiten auf die Frauenhäuser zugenommen hat, kann Barbara Klaus-Krämer nicht bestätigen. „Wir haben nicht mehr Anfragen als vorher gehabt.“ Aber eine neue Bewohnerin in besonderen Lebensumständen. „Sie ist kurz vor der Entbindung vor ihrem Mann geflüchtet und hat ihr Baby in Dorsten bekommen. Es ist unser jüngster Bewohner.“

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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