Kundenprotest hat Erfolg: Aldi bleibt doch noch länger in der Altstadt von Dorsten

dzAldi-Konzern

Gut 3000 Kunden trugen sich in Unterschriften-Listen gegen den drohenden Rückzug der Aldi-Filiale in der Altstadt ein - jetzt verlängerte der Konzern seinen bereits gekündigten Mietvertrag.

Dorsten

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die drohende Schließung der Aldi-Filiale in der Dorstener Altstadt ist vorläufig vom Tisch. „Wir haben den Mietvertrag für unseren Markt an der Alleestraße um zunächst ein Jahr verlängert“, bestätigte Axel vom Schemm, Pressesprecher der Aldi-Zentrale in Essen, auf Anfrage unserer Redaktion.

Darüber hat der Konzern auch seine Mitarbeiter informiert, diese haben beim Erhalt der Nachricht „ein Freudentänzchen aufgeführt“, wie zu hören war. Auch die Stammkunden des Discounters dürften sehr zufrieden über die neue Entwicklung sein - haben sie doch einiges dazu beigetragen, dass der Konzern die Kündigung zurückgezogen hat.

Mehr als 3000 Unterschriften

Denn nachdem unsere Redaktion über die zum 30. Juni geplante Schließung des 40 Jahre alten Standorts berichtet hatte, legte ein Aldi-Kunde Unterschriftenlisten an den Kassen der Filiale an der Alleestraße aus. Weit mehr als 3000 Unterschriften von Kunden, die damit gegen das drohende Aus protestiert hatten, waren seitdem per Einschreiben an die Aldi-Regional-Verwaltung nach Herten geschickt worden.

Kundenprotest hat Erfolg: Aldi bleibt doch noch länger in der Altstadt von Dorsten

Mehr als 3000 Kunden trugen sich in die Unterschriftenlisten ein. © Michael Klein

Haus- und Grundstückseigentümer Johannes Beisenbusch, der das 540 Quadratmeter große Gebäude zwischenzeitlich bereits in ein Internet-Immobilienportal eingestellt hatte, freut sich „insbesondere für die Bürger der Dorstener Altstadt und der Beschäftigten, dass Aldi das Ladenlokal weiter anmietet“, erklärt er. Beisenbusch hatte bereits in der Vergangenheit seine Bereitschaft erklärt, „den Mietvertrag kurz- oder mittelfristig zu verlängern“.

„Nahtlosen Übergang bieten“

Aldi hatte im Dezember des vergangenen Jahres den Vertrag gekündet, weil der Standort „für uns keine Entwicklungsmöglichkeiten bietet“, wie das Unternehmen gegenüber unserer Redaktion erklärte. Nachdem die Kunden mit der Unterschriftenaktion mobil gemacht hatten, hieß es vonseiten des Unternehmens aber: „Wenn es uns möglich ist, zeitnah einen Alternativstandort in der Innenstadt zu finden, würden wir den Markt an der Alleestraße trotz aller Unzulänglichkeiten bis zur Eröffnung des alternativen Standorts geöffnet lassen, um unseren Kunden einen nahtlosen Übergang bieten zu können“.

Fortgeschrittene Verhandlungen

Ob dieser Alternativ-Standort inzwischen gefunden ist, darüber schweigt sich das Unternehmen angesichts des „schwebenden Verfahrens“ noch aus. „Wir bekennen uns ganz eindeutig zur Dorstener Innenstadt“, sagt Aldi-Pressesprecher Axel vom Schemm. „Ein alternativer Standort, an dem wir unser modernes Filialkonzept umsetzen können, ist nach wie vor ein Thema. Dazu befinden wir uns in fortgeschrittenen Verhandlungen.“

Das Unternehmen würde sich nach Informationen unserer Redaktion gerne auf dem Gelände der Agathaschule ansiedeln, die nach den Sommerferien umziehen und deren altes Gebäude dann abgerissen wird.

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