Kunden aus Dorsten fühlen sich in Telefon-Shops oft überrumpelt

dzVerbraucherzentrale

Kunden werden vor einem Vertragsabschluss in Telefon-Shops oft schlecht informiert. Das sagt die Verbraucherzentrale in Dorsten. Zwei Altersgruppen sind besonders betroffen.

Dorsten

, 10.06.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Klassiker - so nennen Mechthild Clever-Schmitz und Ruth Pettenpohl Probleme rund um das Thema „Telekommunikation“. Stolperfallen bei einem Anbieterwechsel, nicht nachvollziehbare Posten bei der Telefonrechnung und Internetgeschwindigkeiten, die meilenweit von dem entfernt sind, was vereinbart war - das kennen sie zu Genüge. Doch in den letzten Monaten ist aus ihrer Sicht ein weiteres Ärgernis hinzugekommen: die Kundenberatung in Telefon-Shops.

Informationspflicht nicht nachgekommen

„Verbraucher berichten, dass sie überrumpelt worden waren und Verträge unterschrieben hatten, deren Konditionen und Kosten sie erst im Nachhinein überblicken konnten“, erläuterte das Leitungsteam der Beratungsstelle Dorsten. Bei einer landesweiten Stichprobe hatte die Verbraucherzentrale festgestellt, dass neun von zehn Shops ihren gesetzlichen Informationspflichten vor Abschluss eines Handyvertrages nicht nachgekommen waren.

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Demnach müssen Kunden die wesentlichen Vertragsinhalte im Produktinformationsblatt vor der Unterschrift ausgehändigt werden. „In Dorsten beschwerten sich vor allem junge Erwachsene und ältere Menschen, weil sie in den Shops übervorteilt wurden“, berichten die beiden Beraterinnen in ihrer Jahresbilanz.

Ruth Pettenpohl und Mechthild Clever-Schmitz sind in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Dorsten persönlich und telefonisch erreichbar.

Ruth Pettenpohl und Mechthild Clever-Schmitz sind in der Beratungsstelle der Verbraucherzentrale in Dorsten persönlich und telefonisch erreichbar. © Jennifer Uhlenbruch (Archiv)

Zum Weltverbrauchertag (15. März) hat die Beratungsstelle nach eigenen Angaben nicht nur gezeigt, wie Kunden darauf pochen können, die vorgeschriebenen Informationen vom Verkäufer auch ausgehändigt zu bekommen. Die Verbraucherzentrale NRW hat zudem ein 14-tägiges Widerrufsrecht bei solch komplexen Vertragskonstellationen gefordert.

Abzocke auch am Telefon

„Auch am Telefon untergeschobene Verträge hatten wieder Konjunktur“, berichtet Ruth Pettenpohl. So waren etwa mit dem Versprechen, 1000 Euro gewonnen zu haben, Verbraucher zum Abschluss eines Zeitschriften-Abos gedrängt worden. Denn dies sei zur Abwicklung nötig, weil der vermeintliche Gewinn versteuert werden müsse. „Da waren dann auch Kontodaten der Opfer abgefragt worden. Erst mit Zusendung der Vertragsunterlagen war den Menschen klar, dass sie auf eine Abzockmasche hereingefallen waren.“

Nach der Corona-Zwangspause, in der sie nur telefonisch beraten konnten, sind Mechthild Clever-Schmitz und Ruth Pettenpohl inzwischen wieder persönlich in der Beratungsstelle an der Julius-Ambrunn-Straße 10 (Tel. 02362 78752-01) zu erreichen: montags und donnerstags von 10 bis 14 und 15 bis 18 Uhr, mittwochs und freitags von 9 bis 14 Uhr.
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