Stefanie Szukowski hat schon vier Stromkästen der Telekom in Hervest künstlerisch gestaltet. © Michael Klein
Kunstaktion

Künstlerin aus Dorsten verschönert Stromkästen in ihrem Stadtteil

„Aus grau wird bunt“ - eine Künstlerin aus Dorsten macht bei diesem Verschönerungs-Programm für Stromkästen der Telekom mit und sorgt damit für Aufmerksamkeit in ihrem Stadtteil.

Ein Junge sitzt auf dem Boden, er hat lesenderweise ein Buch in der Hand. Daneben ein Mädchen, die Augen hat es abgeschirmt und schaut in die Ferne. Die beiden Figuren auf einem Stromkasten an der Halterner Straße gegenüber der Einfahrt zum Zechengelände sind vor ein paar Wochen wie aus dem Nichts aufgetaucht, sind seitdem ein schöner künstlerischer Farbtupfer im Straßenbild.

Kinder aus dem 19. Jahrhundert

Stefanie Szukowski hat die beiden jungen Gestalten auf den Kasten der Telekom gebannt. „Sie sind Nachbildungen zweier Fotos von Kindern, die im 19. Jahrhundert im East End in London gelebt haben“, erzählt sie.

Anhand dieser „Vorbilder“ hat die Hervesterin Schablonen erstellt. „Eigentlich für ein Gemälde auf einem Keilrahmen“, sagt sie. Aber da sie die Schablonen schon mal hatte, war die Idee mit den Stromkästen schnell geboren.

Inzwischen sind es vier solcher Spray-Kunstwerke, die Stefanie Szukowski in Hervest erschaffen hat. Zwei Boxer und ein Fensterputzer, der hinter einer sauberen Scheibe ein Mädchengesicht hervorzaubert – sie sind in der Nachbarschaft der Künstlerin am Hellweg zu sehen. Dazu an der Glück-Auf-Straße Kinder mit Narzissen, „davor habe ich echte Blumen gepflanzt“.

Alle vier Kunstwerke hatte die Hervesterin zuvor beim Telekom-Verschönerungsprogramm „Aus grau wird bunt“ angemeldet. „Die Genehmigung lief total unbürokratisch“, sagt die gelernte Chemielaborantin, die sich seit ihrer Kindheit künstlerisch ausdrückt, aber bis auf eine Teilnahme als Schülerin an einer Ausstellung in der Dorstener Musikschule bis vor Kurzem nur im privaten Rahmen tätig war. „Doch jetzt sind meine Kinder groß, jetzt kann ich mein Hobby ausweiten.“

Auch dieser Fensterputzer ist von Stefanie Szukowski entworfen.
Auch dieser Fensterputzer wurde von Stefanie Szukowski entworfen. © Michael Klein © Michael Klein

Vor zwei Jahren stellte sie öffentlich in der Turmstation Schermbeck-Bricht aus, bestückte dort einen Kunstautomaten mit Unikaten, „220 wurden bereits gezogen“. Auch Engelsflügel für die Eingangstür hat sie dort gemalt.

Inzwischen ist auch der Kunstverein „Virtuell-Visuell“ auf die Hervesterin aufmerksam geworden: Fünf Werke hat sie auf der Facebook-Seite „Kunstvoll Dorsten“ eingestellt. „Und ich mache bei der nächsten ViVi-Kunstroute mit, die im September im Bürgerpark stattfindet“, erzählt sie.

Ob bis dahin auch der nächste Stromkasten fertig wird, weiß Stefanie Szukowski noch nicht. Sie hat kürzlich 250 Euro vom Verein „Dorsten dank(t) Dir“ bekommen, mit der Vorgabe, dass sie in Hervest weiter macht.

Zwei weitere Schablonen

„Zwei weitere Schablonen habe ich schon fertig“, sagt sie. Darunter ein Umriss von Kindern auf einem Einschulungsfoto. „Das würde doch gut auf einen Stromkasten vor der Augustaschule passen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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