Bernd Caspar Dietrich bei der Herstellung der "Metamorphosen" © Privat
Spendenaktion

Künstler stiftet Werke und will 125.000 Euro für Frauenhäuser erzielen

Selbst Minister Herbert Reul ist begeistert: Ein Künstler aus Dorsten stiftet über 100 Kunstwerke und hilft so Frauen, die Opfer von Gewalt wurden. Der erste fünfstellige Betrag ist da.

Der erste fünfstellige Euro-Betrag ist schon an die Frauenhäuser überwiesen, „33 meiner Siebdrucke wurden nämlich schon verkauft“, sagt Bernd Caspar Dietrich. Und bei der Versteigerung des Original-Werks liegt das bisherige Höchstgebot auch bereits bei mehr als 20.000 Euro.

Damit ist der seit langen Jahren in Dorsten und Umgebung tätige Künstler auf einem guten Weg, sein hoch gestecktes Ziel zu erreichen: „Meine Bilder sollen mindestens 125.000 Euro für Frauen und Mädchen einbringen, die Opfer von Gewalt geworden sind.“

Aktion läuft bis 2025

Die Erlöse will der Künstler, der unter dem früheren Namen Bernd Heßbrügge Kunstaktionen und auch Kunstfestivals in Dorsten organisiert hatte und an der Stadtgrenze in Gahlen-Besten unter dem Namen „Art-Park“ nun Atelier, Galerie und Kulturbühne zugleich betreibt, bis 2025 akquirieren.

„Es ist eine sensationelle Idee, Kunst zur Verfügung zu stellen und damit gegen Gewalt zu Felde zu ziehen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul anlässlich der Vorstellung der Werke in Düsseldorf. Dort schenkte Bernd Caspar Dietrich insgesamt 99 Siebdrucke seines Bilds „Metmophose ORANGE 25“ an die jährlich stattfindende Aktion „Zonta says No“, die Spenden für Frauenhäuser in ganz Deutschland sammelt.

Der Minister ist Schirmherr für die Aktion im Rahmen des internationalen „Orange the world“-Tages, an dem der Frauen und Mädchen gedacht wird, die Opfer von Gewalt wurden. Orange-farbig ist auch das Herz des von Bernd Caspar Dietrich gespendeten Bildes.

Es drückt auf besondere Weise Gewalt, Vertuschung, Verschleierung und dennoch etwas positiv Kraftvolles aus. „Das Bild ist toll, weil es unheimlich viel von dem ausdrückt, worum es eigentlich geht und aufmerksam macht“, so Herbert Reul. „Da kannst Du nicht mehr weggucken und damit ist man dann auch schon voll im Stoff.“

Mindestgebot: 21.500 Euro

Das Original-Kunstwerk wird in der Düsseldorfer Galerie Kellermann versteigert, Mindestgebot 21.500 Euro. Der Ertrag aller Erlöse kommt mit teilweisem Abzug der Materialkosten der Aktion zu Gute.

Bewegt zeigte sich die Erfinderin der weltweiten „Zonta says No“-Idee, Susanne von Bassewitz. Die Düsseldorferin, mit der der Künstler gut bekannt ist, ist die bislang einzige Weltpräsidentin aus Deutschland, die den orange-farbigen Impuls um den Globus schickte. „Dass durch einen wunderbaren Künstler dieses Thema aufgenommen und in den Dienst gestellt wurde, um Frauen zu helfen, berührt mich tief.“

Vor der Galerie Kellermann (von links): Bernd Casper Dietrich, Barbara Amhofer, Minister Herbert Reul, llke Gorissen und Dr. Luzia Grommes. © Privat © Privat

Das Original im Format 150 x 140 Zentimeter ist mit Glas, Zement und Pigmenten auf Leinwand gestaltet. Durch die Verwendung von Phosphor und Lichtpigmenten bekommt das Werk eine besondere Wirkung – bei Tageslicht, bei UV-Licht und beim Nachglühen im Dunkeln. Das Original der Metamorphosen wird gegen Höchstgebot verkauft, Gebote werden bis 20. Dezember entgegengenommen.

Limitierte Unikate

Die limitierten Siebdrucke des Werks sind über den Düsseldorfer Kunstverlag Fils-Fine-Arts zu bestellen, jeder Druck ist ein Hand übermaltes Unikat (70 x 80 Zentimeter groß) und kostet ungerahmt 485 Euro. Fünf Jahre lang will Bernd Caspar Dietrich diese Benefiz-Aktion fortsetzen. „Dann vielleicht mit anderen Farben und in anderen Herstellungsweisen“, sagt er.

„Die Metamorphosen sind eine Werkreihe, die 2013 nach einem Treffen mit Christo in Oberhausen ihren Anfang nahm“, erzählt er. Er betont, dass die „Zonta says No“-Gruppe selbst entscheidet, welche Frauenhäuser des Vereins „Frauen helfen Frauen“ die Spendengelder erhalten.

Auch für Frauenhaus Dorsten

Dennoch sei ihm wichtig, dass auch das Dorstener Frauenhaus profitiert. Er würde gerne den „Artist Proof“ des Werks (das ist der Druck, der speziell für den Künstler produziert wird) „exklusiv bearbeiten und verkaufen“. „Da würden bestimmt 2.000 bis 2.500 Euro für das Frauenhaus zusammenkommen.“

Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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