Statt TV-Casting-Shows setzt Künstler Leebro aus Dorsten jetzt auf „ehrliche“ eigene Musik

dzSinger-Songwriter

Bei seinen Casting-Show-Ausflügen zu „Das Supertalent“ und „DSDS“ hat er einige Erfahrungen gesammelt. Jetzt produziert der Dorstener Leon-Lee Brosch (24) lieber Videos mit eigenen Songs.

Dorsten

, 18.01.2020, 08:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Leon-Lee Brosch Musik hört, ist es meistens harte Rock-Musik, die er sich als Fan selbst auf die Ohren gibt. Glaubt man kaum, wenn man sich die Videos anschaut, die der 24-jährige Dorstener in den vergangenen Wochen auf dem Internet-Portal „YouTube“ hochgeladen hat: Eigene Songs mit einfühlsamen deutschen Texten, seine Stimme nur von Gitarre oder Klavier begleitet. In bester Singer-Songwriter-Manier also.

Musikalischer Spätzünder

Leon-Lee Brosch lebt schon lange in Dorsten, sein Name ist in der lokalen Musik-Szene aber noch relativ unbekannt. Das liegt daran, dass er hier in der Stadt (noch) nicht so gut vernetzt ist - denn der 24-Jährige, der derzeit im Gastro-Betrieb „Factory“ jobbt, ist ein echter Spätzünder.

„Als Jugendlicher habe ich mit Musik kaum was am Hut gehabt“, erzählt er. Erst als Sanitäter bei der Bundeswehr bekam er 2012 sein erstes Instrument in die Hand. „Ich war neidisch auf einen Stubenkameraden, der Gitarren spielen konnte“, erzählt der Musiker: „Das wollte ich auch.“

Es dauerte dann keine vier Jahre, bis Leon-Lee Brosch gleich zweimal ganz kurz davor stand, sein Gesicht kurzfristig bundesweit bekannt zu machen. „Im Nachhinein war ich froh, dass das nicht geklappt hat, da muss ich mir nichts vormachen “, betont er, „obwohl die Erfahrungen wichtig waren, die ich damals gesammelt habe.“ Denn der junge Mann bewarb sich bei den beiden größten deutschen TV-Casting-Shows „Das Supertalent“ (2016) und „Deutschland sucht den Superstar (2017), jeweils mit einem Coversong.

Reichlich Frust

Beide Male endete das Fernseh-Abenteuer mit reichlich Frust für Leon-Lee Brosch. „Beim Supertalent kam ich zwar eine Runde weiter, doch merkwürdigerweise haben die sich nie wieder bei mit gemeldet“, sagte er. Auch bei „DSDS“ ein Jahr später schaffte er es nach der ersten Runde in den „Deutschland-Recall“. Der Dorstener erzählte der Familie und allen Freunden stolz, dass er dabei im Fernsehen zu sehen sei. „Doch leider haben die meinen Auftritt gar nicht erst gesendet.“

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Auf Fernsehen hatte der Dorstener fortan erst mal keine Lust mehr, auch wenn von RTL anschließend ein paar Anfragen für schlechte Trash-TV-Serien kamen, in denen Leon-Lee Brosch mitspielen sollte. Viel mehr hatte er plötzlich Inspirationen für eigene Songs. „Das kam einfach so, ich weiß gar nicht woher“, so Brosch. Es sind stark autobiografisch geprägte Texte, in denen der 24-Jährige seine persönlichen Erfahrungen und Gedanken über das Leben verarbeitet, „ich will dabei vor allem ehrlich sein“, hat er sich zum Ziel gesetzt.

Künstlername Leebro

In er eigenen Wohnung, in der seines Bruders, aber auch über dem Rondell des „Festgeländes“ auf dem ehemaligen Zechengelände hat er seine Songs unter dem Künstlernamen „Leebro“ als Videos aufgenommen. Er verarbeitet dabei den allzu frühen Tod seines Vaters („Papa“), singt vom „Fernweh“, von kleinen Abenteuern über „Stock und Stein“, von den Fährnissen des Alltags („Auf irgendwann)“.

Zwei, drei weitere Songs sind in Vorbereitung. „Wenn ich die fertig habe, möchte ich mich verstärkt um Live-Auftritte bemühen“. kündigt Leon-Lee Brosch an, der bislang nur außerhalb Dorstens mit Freunden in Kneipen aufgetreten ist. „Mit einigen zusätzlichen Cover-Songs bekomme ich dann ein abendfüllendes Programm zusammen.“

Wunsch nach eigener Band

Gerne würde der Hervester vorher seine Songs bei der Open-Stage im Vinylcafe vorstellen („ich wohne und arbeite ja quasi nebenan“) und ebenso gerne würde er seine „Zwei-Mann-Band“, die er mit dem Hervester Schlagzeuger Mark von der Linde betreibt, um einen Bassisten und Gitarristen erweitern. Albumveröffentlichung später nicht ausgeschlossen - TV-Casting-Show aber sehr wohl.

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