Künstler-Ehepaar stellt in der Maschinenhalle aus

Bis 3. September

Ein besonderer Ort, eine besondere Ausstellung. Am Sonntag konnte Sabine Bachem, Vorsitzende des Dorstener Kunstvereins „Virtuell-Visuell“, viele Gäste zur Vernissage des Künstler-Ehepaares Anne und Martin Müller in der Maschinenhalle von Fürst Leopold begrüßen. Sie boten einen tiefen Einblick in ihre Arbeiten.

DORSTEN

, 31.07.2017, 14:27 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Dresdener Künstler Anne und Martin Müller bei der Eröffnung ihrer Ausstellung

Die Dresdener Künstler Anne und Martin Müller bei der Eröffnung ihrer Ausstellung

Die beiden Künstler, die schon am Mittwoch zur Vorbereitung angereist waren, boten dem anwesenden Publikum einen tiefen Einblick in ihre Arbeiten. Anne Müller brillierte mit einer 20-minütigen Performance. Unter einem „Haufen“ von Papierblüten liegend erzeugte sie visuelle und akustische Welten.

Begeisterte Zuschauer

Die produzierten Geräusche und Töne brachen sich an den harten Kanten der sie umgebenden Maschinen und widerhallten an den Wänden der Architektur des Maschinenhauses. Bilder und Töne ließen den Betrachter nach einer Verbindung suchen, die durch die persönliche Erfahrung interpretiert wurde. Die Zuschauer waren begeistert und applaudierten anhaltend der Künstlerin.

Danach wurde die Ausstellung von Martin Müller dem Publikum präsentiert. Er ist seit Jahren als Gastprofessor und Dozent an vielen Universitäten in Europa und Asien tätig Seine großformatigen Bilder (Fine Art Prints) führen den Betrachter in dreidimensionale Welten. Es gehört zu den Vorgehensweisen Martin Müllers, Bilder einer Super-8-Kamera aus den 60er-Jahren oder andere Vorlagen übergroß zu verwenden.

Hierauf entwickelte der Künstler Kollagen und Schriften. Eine Überlagerung von Realität auf Realität, Martin Müllers Universum der Menschlichkeit. Dabei entstand zwischen den sich überlagernden Elementen eine Distanz, die dem Betrachter die Möglichkeit eigener Interpretation ließ. Oder wie Kunsthistorikerin Andrea Hilger in ihrer Einführungsrede sagte: „Es entstehen im Bild Ebenen zueinander und Räume, die der Betrachter selber füllen soll. Ein Kunstwerk ist nur so gut wie die Augen des Betrachters.“

Vom Ort begeistert

Das Künstler-Ehepaar war vom alten Zechen-Ort begeistert: „Wir suchen immer solche Ausstellungsräume, die nicht für die Kunst erschaffen wurden.“ Ein faszinierter Besucher bemerkte: „Die Aussagen der Bilder halten einen richtig gefangen.“ Ob durch Blick oder Wahrnehmung: Die Kunstausstellung hatte auf jeden Fall Kontakt mit dem Betrachter und forderte ihn zur Auseinandersetzung auf.

Die Ausstellung ist sonntags von 11 bis 18 Uhr bis zum 3. September zu sehen: Maschinenhalle Fürst Leopold. Fürst-Leopold-Platz 4.

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