Das Urteil am Landgericht Essen ist gesprochen.
Landgericht Essen

Kronzeuge kippte wieder um: Bewährungsstrafe nach Drogenfund

In einer Barkenberger Wohnung werden Drogen gefunden. Doch der Besitzer hat Glück. Er muss nicht ins Gefängnis. Jetzt bangt seine Verlobte. Ihr steht der Prozess noch bevor.

Erst meldete sich ein Kronzeuge, dann wurden Drogen und ein Schwert gefunden: Lange Zeit hatte es für einen 27-Jährigen aus Barkenberg nicht gut ausgesehen. Die Staatsanwaltschaft war sich sicher, dass ihr ein Dealer ins Netz gegangen ist. Vor Gericht kam jedoch alles ganz anders.

Die Richter am Essener Landgericht haben am Freitag lediglich zehn Monate Haft auf Bewährung verhängt. „Es konnte nicht festgestellt werden, dass der Angeklagte die aufgefundenen 82 Gramm Marihuana tatsächlich verkaufen wollte“, hieß es im Urteil. Es sei weder eine Feinwaage, noch Verpackungsmaterial, noch Geld in kleinen Scheinen gefunden worden.

Verlobte muss auch vor Gericht

Außerdem war den Richtern der wichtigste Zeuge weggebrochen. Der Dorstener, der bei der Polizei nicht nur den Angeklagten, sondern auch sich selbst schwer belastet hatte, zog seine Aussage bei seiner Zeugenvernehmung überraschend zurück.

Jetzt droht ihm selbst ein Verfahren – wegen Falschaussage oder wegen falscher Verdächtigung. Das hat die Staatsanwaltschaft bereits angekündigt.

Auch der Verlobten des Angeklagten steht noch ein Prozess bevor.

In ihrer Wohnung waren sogar 1,2 Kilo Marihuana gefunden worden. Wem das Rauschgift zuzurechnen ist, wird aber wohl nicht so leicht zu klären sein. Sie und ihr Partner können im nächsten Prozess beide von ihrem Schweigerecht Gebrauch machen.

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Gerichtsreporter

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