Kreis holt versäumte Brücken-Überprüfungen im nächsten halben Jahr in Dorsten nach

dzBrücken-Überprüfung

Wegen Personalengpass ist der Kreis bei Brückenüberprüfungen in Verzug geraten. Eine Lippeverbands-Tochter soll nun eine Prioritätenliste abarbeiten. Neun Dorstener Brücken sind betroffen.

Dorsten

, 09.02.2019, 04:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Weil es personelle Engpässe gab, ist die Kreisverwaltung Recklinghausen bei der Überprüfung ihrer Brücken in Verzug geraten - auch in Dorsten. Jetzt soll der Bearbeitungsstau nach und nach abgearbeitet werden. Innerhalb des nächsten halben Jahres sollen die versäumten Hauptprüfungen an den Brücken, für die der Kreis Recklinghausen zuständig ist, nachgeholt werden. Dies teilte der Kreis gegenüber der Presse mit.

Insgesamt 47 Brücken

Zuerst würden die zehn Brücken untersucht, die von der Kreisverwaltung mit „Priorität 1“ benannt worden sind, darunter befindet sich die Brücke an der K 6 (Marler Damm/Frankenstraße). Die „Lippe Wassertechnik“, ein Tochterunternehmen des Lippeverbandes, wird die Arbeiten für den Kreis ausführen und die insgesamt 47 Brücken, die nicht rechtzeitig geprüft worden waren, auf Herz und Nieren untersuchen. Fünf Brücken mit Bahnkreuzungen wird sich der Kreis selbst vornehmen - darunter ist aber keine aus Dorsten.

Am 1. April wird auch ein neuer Brückenprüfer seinen Dienst beim Kreis antreten. Seine Vorgängerin war im vergangenen Juli nach Streitigkeiten von der Verwaltung vor die Tür gesetzt worden. Das arbeitsgerichtliche Verfahren ist inzwischen mit einem Vergleich beendet worden. Diese monatelange Vakanz und weitere personelle Engpässe waren nach Angaben der Verwaltung der Grund dafür, dass der Kreis mit seinen Brückenprüfungen so eklatant in Rückstand geriet.

Im März erste Sichtungen

Die Vorarbeiten für die Prüfungen laufen derzeit. „Bevor es mit den Prüfungen vor Ort losgehen kann, sind einige Vorarbeiten notwendig“, erklärt die Kreis-Pressestelle. Prüfberichte und Bauwerksbücher müssen von Lippe Wassertechnik gesichtet werden, es muss aber auch ermittelt werden, welche Geräte an welcher Brücke benötigt werden und diese müssen dann bei verschiedenen Firmen gemietet werden.

Anfang März wird es die ersten Sichtungen vor Ort geben, bei denen die Untersuchungen durchgeführt werden. Nach den ersten zehn Prüfungen erfolgen die Auswertung und Zusammenfassung der Ergebnisse in Berichten zu den Bauwerken. Zudem muss ermittelt werden, welche Geräte an welcher Brücke benötigt werden, dann müssen diese bei verschiedenen Firmen gemietet werden. Erst dann entscheidet sich, welcher Sanierungsbedarf sich womöglich aus den Untersuchungen ergibt.

Die Brücken der Priorität 2

Nach den ersten zehn Prüfungen kommen die weiteren 37 noch nicht bearbeiteten Brücken an die Reihe. Das sind in Dorsten folgende die Bauwerke:

  • Marler Damm/Radwegunterführung (K 6) in Wulfen
  • Marler Damm/Kusenhorstbach (Wirtschaftsweg neben K 6) in Wulfen
  • Höfer Weg/Wellbruchbach (K 7) in Rhade
  • Erler Straße/Rhader Bach (K 13) in Rhade
  • Lembecker Straße/Talgraben des Kalten Bachs (K 13) in Rhade
  • Bestener Straße/ehemalige Anschlussbahn (K 24), in Östrich
  • An der Wienbecke/Wienbach (K 41) in Wulfen
  • Lippramsdorfer Straße/Midlicher Mühlenbach (K 55) in Lembeck

Problem-Brücken hat der Kreis auch so schon reichlich. Nicht nur die seit April 2018 gesperrte Lippebrücke in Datteln-Ahsen, sondern auch eine in Dorsten. Einschränkungen durch einstreifige Verkehrsführung mit Ampelschaltung müssen die Autofahrer nämlich an der maroden Lippebrücke in Hervest (K 32, Buerer Straße) hinnehmen. Das Bauwerk aus dem Jahr 1925 ist so marode, dass umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich sind.

Kreis holt versäumte Brücken-Überprüfungen im nächsten halben Jahr in Dorsten nach

Auch die Lippe-Brücke nahe Dorf Hervest war von den Verzögerungen in der Kreis-Behörde betroffen. Sie ist inzwischen halbseitig gesperrt worden. © Michael Klein

Die sollen nach Angaben des Kreises in „zwei bis fünf Jahren“ erfolgen. So lange dauerten die Vorbereitungen, heißt es im Kreishaus. Auch diese Brücke gehört zu den Bauwerken, bei denen der Kreis mit der Prüfung in Verzug geraten war. Im November 2018 liegt ein neues Gutachten vor. Darin bescheinigt das prüfende Ingenieurbüro der Brücke schwerwiegende Mängel. Linienbusse der Vestischen sowie landwirtschaftliche Fahrzeuge dürfen allerdings weiterhin passieren.

In Zusammenarbeit mit Michael Wallkötter (Marler Zeitung)

Lesen Sie jetzt