Krach hinter den Kulissen: Wie es mit Lichterfest und Eisfläche in Dorsten weitergeht

dzLichterfest

Für das Altstadtfest hat die Kaufmannschaft in Dorstens Innenstadt gerade viel Lob bekommen. Doch hinter den Kulissen rumort es gewaltig. Es geht ums Lichterfest und „Dreams on Ice“.

Dorsten

, 04.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Das Lichterfest ist eine der wichtigsten Veranstaltungen in der Altstadt. Vor 13 Jahren vom inzwischen verstorbenen Stephan Reken initiiert, präsentieren sich im November stets Dutzende Vereine in der Altstadt - Tendenz steigend. In den letzten Jahren hat vor allem Heike Hein, die frühere Marktmeisterin der Stadt Dorsten, das Ehrenamts-Fest in ihrer Freizeit für die Interessengemeinschaft Altstadt (DIA) vorbereitet und organisiert. Doch jetzt ist Schluss für die 50-Jährige.

Chef-Organisatorin will aus persönlichen Gründen nicht mehr

„Leider sehe ich mich aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der DIA nicht mehr imstande, dieses Fest planerisch und persönlich zu begleiten und zu unterstützen“, schrieb sie in einer E-Mail, die der Redaktion vorliegt. „Die Gründe hierfür liegen in persönlichem Verhalten von Menschen, die ich nicht nur als Mitstreiter, sondern auch als Freunde betrachtet habe.“

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Künftig soll der Verein „Sag Ja zu Dorsten“ in Zusammenarbeit mit der Stadtagentur stärker in die Vorbereitung des Lichterfestes eingebunden werden. Ob es aber tatsächlich so kommt, will Vorsitzender Marko Gröbel vom Verlauf eines Gesprächs mit der DIA und Bürgermeister Tobias Stockhoff in dieser Woche abhängig machen. „Wir können uns das vorstellen, aber entschieden ist das noch nicht.“ Zumindest der Termin für das 14. Lichterfest steht schon: 10. November 2019.

Auch der Altbürgermeister macht Schluss

Knapp 48 Stunden nach Heike Hein teilte auch Altbürgermeister Lambert Lütkenhorst schriftlich mit, dass er als Schirmherr und Mit-Organisator fürs Lichterfest nicht mehr zur Verfügung steht. Gleichzeitig legte er seinen Sitz im Beirat der DIA nieder.

Seine Worte sind von Enttäuschung und Traurigkeit geprägt: „Ich habe mich gern gekümmert und versucht, im Sinne unserer Stadt im Beirat mitzuarbeiten“, betont Lütkenhorst. „Man hätte sicher bei den Entscheidungen der letzten Tage einmal miteinander reden können. Gerne hätte ich mit Rat und Tat zur Verfügung gestanden.“

Hein-Angebot für die Eisfläche abgelehnt

Damit meint er wohl vor allem die Art und Weise, wie mit dem früheren DIA-Vorsitzenden Thomas Hein (60) umgegangen wurde. Er hatte nach eigenen Angaben seinen Kollegen Anfang des Jahres ein Angebot für die Eisfläche vorgelegt. „20.000 Euro, die Hälfte von dem, was ich in anderen Städten nehme“, sagt er. Sein Nachfolger Lorenzo Köller räumte auf Nachfrage am Montag: „Das Geld haben wir nicht.“

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So entschied sich die DIA nach monatelanger Hängepartie vor wenigen Tagen für einen anderen Weg: Zahnarzt Luca Schlotmann, seit Anfang des Jahres ohnehin für die Stadtfeste zuständig, wird in den nächsten Jahren in Kooperation mit der Agentur „Nightaffairs“ auch die Eisfläche bauen lassen - zu jenen Konditionen, mit denen Thomas Hein in der Vergangenheit „kein Geld verdienen“ konnte. Die Rede ist von 3000 Euro, die die DIA ihm bezahlt.

Schlotmann stand schon in den Startlöchern

Schlotmann würdigte am Montag „das Lebenswerk von Thomas Hein. Es wäre ein Desaster gewesen, wenn es die Eisfläche nicht mehr gegeben hätte. Sie ist eine wichtige Institution in der Altstadt.“ Er räumte aber auch ein, dass er sich schon vor einigen Monaten mit dem Thema befasst habe, um „für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein“.

Krach hinter den Kulissen: Wie es mit Lichterfest und Eisfläche in Dorsten weitergeht

Seit über 20 Jahren findet „Dreams on Ice“ auf dem Marktplatz in der Dorstener Altstadt statt. © Ralf Pieper

So ist es nun gekommen. Als Partner hat Luca Schlotmann sich offenbar ausgerechnet den ärgsten Konkurrenten der Interevent GmbH ausgeguckt. „Mit mir hat er leider nicht gesprochen“, sagt Thomas Hein. Er hat seinen Sitz im DIA-Beirat niedergelegt und ist mit seiner Firma aus der Kaufmannschaft ausgetreten.

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