„anne Bänke“: Wirtsleute distanzieren sich klipp und klar von der AfD

dzKommunalwahl in Dorsten

Die Wirtsleute Linneweber distanzieren sich aufs Schärfste von einem Zeitungsfoto. Es zeigt AfD-Mann Marco Bühne vor ihrem Lokal „anne Bänke“. „Das geschah ohne unser Einverständnis.“

von Dorstener Zeitung

Östrich

, 25.08.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Dienstagmorgen stand das Telefon bei Bärbel und Norbert Linneweber nicht mehr still. Und auch über WhatsApp gingen auf den Handys des bekannten Gastwirte-Ehepaars aus Östrich minütlich Nachrichten ein. Grund dafür: In der Dorstener Zeitung und auf dem Facebook-Portal unseres Mediums war ein Interview mit dem AfD-Bürgermeisterkandidaten Marco Bühne erschienen. Anrufer mutmaßten aufgrund des Bildes politische Nähe der Wirtsleute und ihres Lokals zu dem Kandidaten. „Das ist keineswegs so“, stellen Bärbel und Norbert Linneweber richtig.

Marco Bühne hatte sich vor dem Willkommens-Schild des Biergartens „anne Bänke“ ablichten lassen. Das Foto zeigt ihn unter dem Schriftzug des Lokals. „Herzlich willkommen - anne Bänke“, heißt es da. „Wir wären niemals mit einem Foto vor unserem Lokal einverstanden gewesen, wenn wir gefragt worden wären. Das ist aber nicht der Fall gewesen“, sagen die Eheleute Linneweber. Die Dorstener Zeitung bedauert, dass es zu diesem Versäumnis gekommen ist.

Alle Bürgermeister-Kandidaten in Dorsten durften für ein Interview mit der Dorstener Zeitung ihren Wunschort für das Interview selbst wählen. So auch Marco Bühne. Er schlug von sich aus „anne Bänke“ vor: „Das geschah ohne unser Wissen und ohne unser Einverständnis“, stellen Bärbel und Norbert Linneweber klar.

Eheleute wollen nicht mit der AfD in Verbindung gebracht werden

„Wir haben mit Herrn Bühne nicht das Geringste zu tun und distanzieren uns aufs Schärfste davon, dass er sich vor unserem Lokal für die Dorstener Zeitung fotografieren ließ“, sagen Bärbel und Norbert Linneweber. Und: „Wir behalten uns rechtliche Schritte vor.“

Das Gastwirte-Ehepaar Bärbel und Norbert Linneweber hat am Dienstag umgehend einen Anwalt eingeschaltet. Es hält die fotografische Darstellung von Marco Bühne unter dem Begrüßungsschild des Lokals für „ruf- und geschäftsschädigend“. „Uns haben langjährige Gäste am Telefon gesagt, wenn ihr der AfD nahe steht, kommen wir nicht mehr zu euch“, sagt Bärbel Linneweber. Ihr Mann und sie hätten den ganzen Morgen damit zugebracht, die Wogen zu glätten. Sie sagen unmissverständlich: „Wir pflegen bei „anne Bänke“ keine politischen Kontakte und legen keinen Wert darauf, dass Parteien oder Kandidaten bei uns politisch in Erscheinung treten.“

Hubert Harde, Anwalt des Gastwirte-Ehepaars nimmt an, dass „die gut laufende Außengastronomie bewusst von Herrn Bühne ausgewählt worden ist“: „Vielleicht hat er sich ja dadurch Zuspruch erhofft“, sagt Harde. Das Ehepaar wolle Marco Bühne Hausverbot erteilen. Auch eine Unterlassungsklage werde geprüft.

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