Verwaiste Dorstener Innenstadt: Ihm Rahmen eines Modellversuchs mit flächendeckenden Schnelltests könnte wieder Leben reinkommen. © Bianca Glöckner (Archiv)
Coronavirus

Kommt das Tagesticket für Dorsten? Bürgermeister begrüßt Bewerbung

Theater, Kino, Außengastronomie könnten in Dorsten bald wieder möglich sein: Der Kreis Recklinghausen hat sich für einen Modellversuch beworben. Vorbild ist die Stadt Tübingen.

Der Kreis Recklinghausen will neue Wege im Umgang mit der Corona-Pandemie gehen. Er hat sich beim Land Nordrhein-Westfalen als Modellkommune für das Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ beworben. Damit soll erprobt werden, inwieweit bei einem intensiven Einsatz von Corona-Schnelltests Öffnungen möglich sind, ohne dabei unverantwortliche Risiken einzugehen.

Ein solches Projekt läuft seit 16. März in der Stadt Tübingen in Baden-Württemberg. Nach einem negativen Corona-Schnelltest erhält man dort ein Tagesticket, das Zugangsvoraussetzung für zahlreiche Betriebe ist. Dazu zählen Einzelhandel, Friseursalons und körpernahe Dienstleistungen, aber auch Außengastronomie, Kulturbetriebe und Kinos. Hygienevorschriften gemäß der Coronaschutzverordnung gelten weiterhin.

Stockhoff: „Normalen Alltag zurückerobern“

„Ich begrüße und unterstütze die Bewerbung des Kreises“, sagte Bürgermeister Tobias Stockhoff. Handel, Gastronomie und Kultur würde es sehr helfen, wenn der Besuch mit einem Tagesticket wieder möglich wäre: „Schon mit Blick auf unsere gerade erneuerte Innenstadt würde ich es darum begrüßen, wenn uns die Umsetzung dieses Modells ermöglicht würde.“

Stockhoff sieht die Chance, mit den Tagestickets in Verbindung mit konsequenter Einhaltung der AHA-Regeln „auch wieder Stabilität und normalen Alltag zurückzuerobern“. Man müsse genauso die Menschen im Blick haben, die diese Einrichtungen wieder nutzen wollen.

In Tübingen (90.000 Einwohner) gibt es acht Teststellen. Zwischen 600 und 800 Tests werden täglich an jeder Station gemacht. Wer positiv getestet wird, muss einen PCR-Test machen. Mit negativem Ergebnis gibt es ein Stück Freiheit zurück. Der Inzidenzwert in der Stadt bewegt sich laut Oberbürgermeister Boris Palmer seit zwei Wochen zwischen 20 und 30. Die Anzahl auswärtiger Gäste hat seit Beginn des Projekts stark zugenommen. Ab Samstag (27.3.) gibt es deshalb nur noch maximal 3000 Tagestickets für Menschen, die nicht im Landkreis Tübingen wohnen.

Die NRW-Landesregierung will nach Ostern zeitlich befristet in fünf bis sechs Städten und Landkreisen entsprechende Modellversuche umsetzen. Den Weg dafür hatten Bund und Länder mit ihrem Beschluss zu Wochenbeginn freigemacht. Es gibt erste Medienmeldungen, wonach die Versuche unter anderem in Köln und im Kreis Warendorf umgesetzt werden sollen – der Kreis RE wurde nicht genannt. Bei der Kreisverwaltung ist bislang keine Absage eingegangen.

Klimpel an Laschet: „Städte stehen in den Startlöchern“

„Unsere zehn Städte und unsere Fachleute in den Rathäusern stehen in den Startlöchern und sind bereit, mit Mut und Kreativität gegen die Auswirkungen der Pandemie anzukämpfen“, schrieb Landrat Bodo Klimpel im Zuge der Bewerbung an Ministerpräsident Armin Laschet. „Bitte unterstützen Sie uns dabei!“

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Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
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Robert Wojtasik

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