Das Trio Canelle eröffnet die Kulturtage am Jüdischen Museum Westfalen. © Privat
Kulturtage

Knödelsuppe essen und Musik hören: Jüdische Kulturtage in Dorsten

Zu einem Sommerfestival mit Musik- und Theaterproduktionen lädt das Jüdische Museum in Dorsten ein. Gäste können sogar knödelessender- und musikhörenderweise jüdischer Geschichte begegnen.

Er war der erste Förderantrag, den Dr. Kathrin Pieren in ihrer neuen Funktion als hauptamtliche Leiterin des Jüdische Museums Westfalen auf den Weg gebracht hatte.

Und er war erfolgreich: Die Kulturtage, die in der zweiten August-Hälfte in den Museumsräumen in Dorsten stattfinden werden, sind eines der 24 Projekte, die die Kulturstiftung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) anlässlich des Festjahres „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland“ finanziell unterstützt.

„Jüdische Kultur Jetzt“ lautet der Titel des siebenteiligen Sommerfestivals in Zusammenarbeit mit dem Lions Club Dorsten-Hanse.

In einer Ausschreibung waren dafür vor allem junge Künstlerinnen und Künstler aus der Region gesucht worden. „Leider kamen aus den Bereichen Comedy und Film keine Bewerbungen“, so Kathrin Pieren. Diese Genres hätte sie nämlich auch gerne in Dorsten präsentiert.

Aber auch so können die Besucher interessante Musik- und Theater-Produktionen, denen eines gemeinsam ist: Sie bringen unterschiedliche Traditionen zusammen und interpretieren sie modern.

Trio Cannelle

15. August (Sonntag), 17 Uhr: Die berauschende Zeit der 1920er fasziniert seit Jahren die Musikerinnen des Leipziger „Trio Cannelle“. Die Künstlerinnen lassen verschüttete Schätze erstrahlen und interpretieren musikalische Perlen jüdischer Komponisten zwischen Glamour, Verruchtheit und scharfer Zeitkritik.

„Kneidelsoup-Theater“

17. August (Dienstag), 19.30 Uhr: Theater „Let’s meet for a Kneidelsoup 3rd generation mash-up“ (Deutsch und Englisch) – Was ist eigentlich nicht-religiöse jüdische Kultur? Und existiert sie überhaupt?

Das Trio Folkadu © Privat © Privat

Die deutsch-israelische Schauspielerin Nadia Migdal und der israelische Schauspieler Uri Fahndrich gehen auf die Suche nach den Wurzeln ihrer Identität. Der große gemeinsame Nenner: die Kneidelsuppe (Knödelsuppe). Diese verzehren Publikum und Künstler, während letztere ihre Familiengeschichten miteinander verweben.

Duo Meitar

19. August (Donnerstag), 19.30 Uhr: Das Duo Meitar reflektiert in ihrem Programm „Interkulturell“ die heutige Realität zwischen den verschiedenen Kulturen nachgehen. Im Herzen des Programms stehen Lieder mit folkloristischen Einflüssen verschiedenster Länder bis hin zu sephardischen Liedern in eigenen Arrangements.

Workshop

22. August (Sonntag), 15 Uhr – Klezmer, Tanz, Yiddishkayt, Tradition und

Moderne: All dies fließt zusammen in einen Tanzworkshop der besonderen Art. Für die Einführung in das Kern-Repertoire des jiddischen Tanzes mit Musiker-Begleitung sind keinerlei Vorkenntnisse nötig und jede und jeder kann sich einzeln anmelden.

Vortrag mit Musik

24. August (Dienstag), 19.30 Uhr: Vortrag mit Musik, „Deutsche Juden im Ersten

Weltkrieg“; anhand der Werke von Lion Feuchtwanger, der „Feldpostbriefe jüdischer Soldaten“ und einer Auseinandersetzung mit Walther Rathenau wird über die Stellung der Juden in der deutschen Gesellschaft zu Anfang des 20. Jahrhunderts erzählt.

Das Duo Meitar geht auf eine grenzenlose musikalische Wanderung. © Privat © Privat

Dann folgt die Aufführung der „Suite Op. 23 für zwei Violinen, Cello und Klavier (linke Hand allein)“ von Erich Wolfgang Korngold – eines Werkes, das er für den Pianisten jüdischer Herkunft Paul Wittgenstein geschrieben hat, der seinen rechten Arm im Ersten Weltkrieg verloren hatte.

Trio Folkadu

26. August (Donnerstag), 19.30 Uhr: Das Trio Folkadu nimmt die Hörer mit auf eine musikalische und kulturelle Reise über die Einwanderung nach Israel. Die klangvolle Stimme von Yael Gat wird von Akkordeon, Oud und Trompete untermalt.

Schüler & Schüler

29. August (Sonntag), 19.30 Uhr: Theater „Schüler & Schüler – ein Besuch Else Lasker-Schülers im Hier und Jetzt“. Else Lasker-Schüler selbst hatte immer wieder Pläne und setzte diese auch um, ihre Gedichte performativ vorzutragen.

So liegt es nahe, diese als dramatischen Text zu nutzen und sie auch tanzend zu verkörpern.

  • Eintritt pro Veranstaltung 10 Euro (schließt den Besuch des Museums ein), Buchungen per Tel. (02362) 45279 oder E-Mail: rezeption@jmw-dorsten.de
  • Für alle Veranstaltungen ist ein tagesaktueller negativer Coronatest oder ein Impfnachweis notwendig. In den Innenräumen gilt die Maskenpflicht.
Über den Autor
Redaktion Dorsten
Geboren 1961 in Dorsten. Hier auch aufgewachsen und zur Schule gegangen. Nach erfolgreich abgebrochenem Studium in Münster und Marburg und lang-jährigem Aufenthalt in der Wahlheimat Bochum nach Dorsten zurückgekehrt. Jazz-Fan mit großem Interesse an kulturellen Themen und an der Stadtentwicklung Dorstens.
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Michael Klein

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