Klimafasten in Dorsten - kreativer Umweltschutz ist eigentlich ganz einfach

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Einkaufsbeutel nähen, Verpackungstüten abschaffen, Kleidertausch und Baumspenden - das Klimafasten in Dorsten nimmt Fahrt auf. Mitstreiter mit kreativen Ideen können sich noch melden.

Dorsten

, 22.02.2020, 15:31 Uhr / Lesedauer: 2 min

Klimaschutz beginnt im Kleinen. „In meiner Familie gibt es schon lange keine Plastiktüten mehr“, sagt Carlotta. Doch so umweltbewusst denken nicht alle Menschen in Dorsten. Das erste Klimafasten könnte ab Aschermittwoch helfen, dem Umweltschutz ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu schenken. „Im besten Fall ist das erst der Anfang“, sagt Kai Kaczikowski.

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Der Pastoralreferent der Gemeinde St. Paulus ist Initiator des Klimafastens in Dorsten. Und war in dieser Woche „total begeistert“, als ihm die Kooperationspartner erste Ideen präsentierten. Das sind zum Beispiel die beiden Ursulinenschulen, die sich für die Klima-Fasten-Zeit schon einiges haben einfallen lassen.

Mülltonne weg, Plastik verboten

So schafft beispielsweise eine sechste Klasse an der St.-Ursula-Realschule die Plastiktonne im Klassenraum ab. „Man kann sein Frühstück auch anders verpacken als in Tüten“, sagt Klassenlehrerin Verena Weichert. Der Schulkiosk am Gymnasium verkauft Brötchen und Kuchen künftig „direkt in die Hand“, ohne Tütchen oder Folie.

An einem Kreativtag in der Realschule werden Einkaufsbeutel genäht oder Portemonnaies aus Pappe gebastelt. Oberstufenschüler am Gymnasium wollen die Mülltonnen „bunt gestalten“, damit sie auffallen - und hoffentlich besser genutzt werden. Die Medienscouts haben die Idee, „jeden Tag eine andere App zu fasten“, berichtet Religionslehrer Thomas Remfort. Und Greta Albersmann von der SV des Gymnasiums hält einen Flohmarkt oder eine Kleidertauschbörse für denkbar.

Youngcaritas macht beim Klimafasten in Dorsten mit

Die Gruppe "Youngcaritas" animiert zum Energiesparen und will im nächsten Herbst Bäume in Dorsten pflanzen. Darüber freuen sich auch Sabine Cremer (Fachbereich Gemeindecaritas) und Caritas-Geschäftsführer Klaus Schrudde. © Stefan Diebäcker

Klimafasten ist vielfältig und nicht besonders aufwendig, das macht für Kai Kaczikowski den besonderen Reiz aus. Die Gruppe „youngcaritas“ des Caritasverbandes Dorsten animiert die Mitarbeiter zum Energiesparen. Licht ausschalten, wenn man das Büro verlässt, die Heizung ein wenig herunterdrehen, den Rechner auch in der Mittagspause herunterfahren - „eigentlich ganzt einfach“, finden Neslihan Keven, Vera Kassenböhmer, David Kolossa und Paul Wiemeler.

Im Herbst werden Bäume gepflanzt

Wer auf diese Weise täglich eine Stunde „klimafastet“, spart bis Ostersonntag mindestens 5 Euro ein, haben sie errechnet. Das Geld soll in Bäume investiert werden, die im Herbst in Dorsten gepflanzt werden. „Aber natürlich freuen wir uns generell über jede Spende, die in unserer Box landet“, sagt Sabine Cremer (Gemeindecaritas).

Ein weiterer Kooperationspartner ist das Central-Kino in Holsterhausen. Dort wird am 24. März der Film „2040 - wir retten die Welt“ gezeigt, vormittags als Schulvorstellung, abends mit anschließendem Filmgespräch. Die Botschaft: Trotz weltweit verheerender Umweltzerstörungen und den Folgen des Klimawandels liegt es in erster Linie an uns selbst, das ökologische Ruder herumzureißen.

Wer mitmachen möchte beim Klimafasten und eine Aktion vorbereitet, kann sich per E-Mail bei der Dorstener Zeitung oder bei Kai Kaczikowski melden. Das gilt auch für Familien und Einzelpersonen. In der Fastenzeit findet ab 4. März jeden Mittwoch um 19 Uhr ein Erfahrungsaustausch im Pfarrheim St. Josef, Josefstr. 1, statt, nur am 25. März im Pfarrheim St. Bonifatius in Holsterhausen (nach dem Gottesdienst).