Stefan Diebäcker kommentiert die Maskenpflicht in der Fußgängerzone. © Grafik: Leonie Sauerland
Coronavirus

Klare Kante: Diese neue Maskenpflicht gleicht einem Maulkorb

In der Dorstener Innenstadt, am Wulfener Markt und auf dem Berliner Platz gilt seit Dienstag die Maskenpflicht. Aber hilft das wirklich, die Pandemie einzudämmen? Ein Kommentar.

Ich bin für alles, wirklich für alles, das hilft, die Corona-Pandemie einzudämmen. Wir sollten Abstand halten, uns regelmäßig die Hände waschen – und ja: auch im Freien einen Mund-Nase-Schutz tragen, wenn es eng wird und Nähe zu anderen Menschen unvermeidbar ist. Und generell immer dann, wenn uns danach ist und wir uns geschützter fühlen. Freiwillig!

In der Fußgängerzone ist Platz genug

Aber mal ehrlich: Wann wird es in Dorsten so eng draußen, dass wir um unsere Gesundheit fürchten müssen? Dorsten ist keine Großstadt, hat keine Einkaufsmeile, wo täglich Zehntausende Menschen unterwegs sind. An Markttagen wird es voller, aber sonst?

Wer am Dienstag in der Fußgängerzone unterwegs war, wird schnell gemerkt haben: Da herrschte ziemlich tote Hose. Da braucht es keine Maske, sondern Vernunft. Und vor allem Regelungen, die auch Sinn machen. Was in Dortmund oder Köln gut ist, muss nicht in Dorsten gut sein.

Drinnen lüften, draußen Maske?

Diese neue Maskenpflicht gleicht einem Maulkorb. Niemand darf mehr – streng genommen – mit einem Eis oder einem Getränk durch die Stadt laufen. Oder mit einer Zigarette. Letzteres fände ich übrigens prinzipiell ganz gut, hat aber nichts mit Corona, sondern mit den Kippen zu tun, die später auf dem Asphalt landen.

In geschlossenen Räumen sollen wir regelmäßig lüften, damit sich das Virus nicht verbreitet. Und draußen ist genau dieses Virus dann gefährlich, selbst wenn wir auf Abstand bleiben? Das klingt nicht nur unlogisch. Es ist der pure Aktionismus. Eine nervige Anordnung, der wir jetzt folgen müssen. Die aber leider nichts bringt.

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Redaktionsleiter in Dorsten
Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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