Keine Corona-Zahlen im Detail: Datenschutz und Schutzbehauptung

dzKlare Kante

Die Stadt Dorsten hat sich mit anderen Kreisstädten darauf verständigt, keine detaillierten Corona-Zahlen zu nennen. Der angebliche Grund: Datenschutz. Doch das riecht nach Schutzbehauptung - ein Kommentar.

Dorsten

, 15.07.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

In Wulfen haben sich in den letzten Monaten 30 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 12 Männer und 18 Frauen. Elf Erkrankte sind höchstens 17 Jahre alt, 15 zwischen 18 und 59 Jahre, und vier sind 60 Jahre oder älter.

Die Zahlen habe ich willkürlich gewählt. Sie sind ein Beispiel, um deutlich zu machen: Mit Datenschutz hat eine solche Veröffentlichung, wie es sie in Haltern gab, nichts zu tun. Es werden ja keinen personenbezogenen Daten genannt. Oder könnten sie einen Betroffenen zuordnen, den sie nicht ohnehin schon kennen?

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Wenn eine Veröffentlichung nicht erwünscht ist, wird gerne mal mit dem Datenschutz argumentiert. Das ist, zumindest in diesem Fall, eine Schutzbehauptung.

Viele Dorstener interessiert, wie die Situation in ihrem Stadtteil seit März war. Und diese Informationen werden ihnen verwehrt. Weil der Arbeitsaufwand zu hoch ist. Oder weil kein Stadtteil als vermeintlicher „Corona-Hotspot“ an den Pranger gestellt werden soll.

Das würde sogar Sinn machen, aber dann kann man es auch sagen. So aber bleibt der Eindruck, als hätten Dorsten und viele andere Kreisstädte etwas zu verbergen.

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