Auch die Gemeinschaft der Gläubigen wird immer bunter. © picture alliance/dpa
Meinung

Kirchen vor Ort zeigen deutlich: Gottes Liebe schließt niemanden aus

Die Kirchengemeinden in Dorsten und ganz Deutschland setzen mit der Aktion „Liebe gewinnt!“ ein starkes Zeichen. Denn die Erteilung des Segens darf nicht davon abhängen, wen man liebt.

Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm.“ Dieser Vers aus dem ersten Johannesbrief dürfte eines der bekanntesten Bibelzitate sein. So absolut und unmissverständlich, wie es der Text nahelegt, soll das in der Praxis aber nicht umgesetzt werden. So lautet die offizielle Lesart der katholischen Kirche. Denn nur eine bestimmte Form der Beziehung hat es aus ihrer Sicht verdient, den Segen Gottes zu empfangen.

Homosexuelle Paare und auch Wiederverheiratete sollen Pfarrer vor Ort dagegen nicht segnen. Das mutet fast mittelalterlich an und wurde doch genau so aus Rom im März erneut kommuniziert. Damit schließt die Kirche viele Paare vom Segen aus und handelt sicherlich nicht im Sinne eines liebenden Gottes. Das wollen zu Recht nicht nur viele Gemeindemitglieder, sondern auch engagierte Seelsorger vor Ort nicht hinnehmen.

„Liebe gewinnt!“ heißt der Wahlspruch der Aktion, die in Lembeck und an vielen anderen Orten zeigt: Kirche vor Ort ist mehr als ein reines Abnicken von irgendwelchen noch so weltfremden Beschlüssen. An der Basis setzen die Gemeinden das starke Zeichen: Wer seine Liebe mit Gottes Unterstützung leben will, den dürfen Menschen nicht davon abhalten. Noch gibt es Hoffnung, dass das in nicht allzu ferner Zukunft auch in Rom ankommt.

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Bastian Becker
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