Kindesmissbrauch: Milde Strafe für Angeklagten aus Hervest

dzUrteil in Essen

Aufatmen bei einem 54-jährigen Mann aus Hervest: Am Ende des Prozesses um Kindesmissbrauch und den Besitz von Kinderporno-Fotos kommt das Gericht zu einem milden Urteil.

Essen, Dorsten

, 15.10.2020, 19:30 Uhr / Lesedauer: 1 min

Gleich zu Prozessbeginn hatte der Angeklagte vor dem Essener Landgericht ein Geständnis abgelegt. Verteidiger Bernd Kachur sagte: „Mein Mandant würde am liebsten schamvoll im Boden versinken.“ Es seien Dinge vorgefallen, die niemals hätten vorfallen dürfen.

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Der 54-jährige Hervester hatte Ende 2018 einen Freund bei sich aufgenommen. Wenig später war auch dessen achtjähriger Sohn in der kleinen Wohnung eingezogen. Und der Junge musste dann mit ansehen, wie sich sein Vater und der Angeklagte im Bett vergnügten. Vor dem Gesetz gilt auch das als Kindesmissbrauch.

Fotos und Kurznachrichten

In der Folgezeit soll der Hervester eine Reihe von Kurznachrichten an seinen Freund und auch an das Kind geschickt haben. Darin enthalten waren eindeutige Aufforderungen zu Missbrauchstaten. Der Bekannte, gegen den natürlich auch ein Strafverfahren geführt wird, soll dem Hervester erklärt haben: „Um den Jungen musst du dir keine Gedanken machen. Der kennt das schon alles.“

Das Geständnis und die Einsicht des Angeklagten brachten die Richter am Ende dazu, dem Mann den Gang ins Gefängnis zu ersparen. Die Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten wurde zur Bewährung ausgesetzt. Allerdings musste sich der 54-Jährige verpflichten, eine Therapie zu machen, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt.

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