Keine Stelen für den "Drubbel"

Politiker haben entschieden

Die Idee des Dorstener Kunstvereins, in der Lippestraße mittels einer Skulpturenreihe des Bildhauers Christoph Wilmsen-Wiegmann an die dort im Zweiten Weltkrieg zerstörte Häuserzeile namens Drubbel zu erinnern, wird nicht umgesetzt: Die Politik stimmte am Dienstag (15.11.) mehrheitlich gegen das Projekt.

DORSTEN

, 15.11.2016, 19:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Stelen für den "Drubbel"

Bildhauer Christoph Wilmsen-Wiegmann hatte im April die maßstabsgetreuen Modelle seiner Werke vorgestellt. Jetzt hat sich die Politik dagegen entschieden.

Die Mitglieder des Umwelt- und Planungsausschusses sowie diejenigen des Kulturausschusses tagten und diskutierten zunächst in einer gemeinsamen Sitzung über das umstrittene Kunstwerk, stimmten anschließend aber getrennt darüber ab.

Deutliches Votum

Dabei wurde die Sache am Ende doch ziemlich deutlich. Während es im Umwelt- und Planungsausschuss immerhin noch sechs Befürworter für die Drubbel-Kunst gab (bei elf Nein-Stimmen), stimmten die elf Mitglieder des Kulturausschusses komplett und fraktionsübergreifend gegen das Vorhaben, das im Rahmen der geplanten Umgestaltung der Dorstener Fußgängerzone hätte umgesetzt werden können.

Die Politiker machten sich die Entscheidung nicht leicht, das wurde bei der intensiven und fair geführten Diskussion deutlich. Auch innerhalb der Fraktionen gab es unterschiedliche Meinungen. Während CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Schwane wie erwartet gegen das Kunstwerk Position bezog ("die Stelen sind ein Fremdkörper in der Stadt"), warb sein Parteifreund Stefan Risthaus für das Projekt ("es bringt Gliederung und Ordnung in die Stadt").

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Bei den Sozialdemokraten das gleiche Bild. Während Dirk Schult erklärte, "der Drubbel ist noch im Bewusstsein der Menschen, ich kann deshalb mit dem Konzept leben", argumentierte Kulturausschuss-Mitglied Petra Somberg-Romanski dagegen: "Stelen sind Mahnmale, das brauche ich nicht."

Die kleineren Fraktionen stimmten komplett gegen das Projekt. Tristan Zielinski (FDP) sprach zum einen die hohen Kosten an und erklärte: "Die Abstraktion in der Kunst wird in Dorsten überbetont, der Kunstbegriff ist vielschichtiger." Klaus Lipsmeier von dem Grünen meinte, die Stelen passten nicht an den Ort: "Da sollte man besser etwas anderes verwirklichen." Wilhelm Zachraj (Die Linke) erklärte sich zwar zum Verfechter von "Kunst am Bau": "Aber dieses Werk erschließt sich mir nicht."

Persönliches Plädoyer

Der technische Dezernent Holger Lohse hatte zuvor ein persönliches Plädoyer für den Künstler gehalten. "Er ist sehr getragen vom Gemeinwohl, das entspringt seinem inneren Verständnis." Bürgermeister Tobias Stockhoff wäre pro Drubbel-Kunst gewesen, hätte er abstimmen dürfen: "Die Stelen hätten positive Anstöße gesetzt, über gewisse Dinge nachzudenken." Am Ende das Aus, zumal auch die mögliche Finanzierung durch Sponsoren unsicher gewesen wäre.

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